Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- Seite 175 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Bedeutung von כלשכזר שכר שכיר. 1/5 morgen ab, wenn der Knecht deinen Dienst verlassen hat, dem Ersatzmann desselben für diesselbe Arbeit zahlen mußt. Zu dieser Auffassung des כי im Sinne von obgleich darf man sich berechtigt halten auf Grund von Exod 13,17 ״ ני קרוב הואobgleich er nahe war“: ferner dienen als Stütze Jos. 17, 18; Ps. 25, 11; Zu der sprachlichen Berechtigung kommt die Notwendigkeit dieser Erklärung aus dem Zusammenhang der Stelle. Grund für eine etwaige Unfreundlichkeit gegen den fortgehenden Knecht kann und darf nicht die Freilassung sein, denn diese ist ja nach sechs Jahren Dienst des Knechtes Gesetz und Gebot für den Herrn, vergl. auch Hirsch. Um konsequent zu sein, müssen wir aber auch sagen, daß die Beschenkung durch den Herrn bei der Freilassung auf Grund von Deuteron 15,14״ebenso G esetz und Gebot ist, und daher ebenso wenig wie die Freilassung selbst ein Grund für eine etwaige Unfreundlichkeit des bisherigen Arbeitgebers sein darf. Hirsch zieht sonderbarer Weise diese Konsequenz nicht. Also was kann allein eine Hartherzigkeit des Herrn gegen den Knecht bedingen? Nur der Gedanke des Herrn an die Zukuaft, wo der Knecht nicht mehr da ist, und dessen Arbeit von einem andern, einem freien Tagelöhner geleistet wereen muß, dessen Lohn viel größer, vielleicht doppelt so groß sein wird. Deshalb mahnt dich die Tauroh, nicht hartherzig zu sein, obwohl du von morgen an großem Lohn bezahlen mußt. Dein Verhältnis zu deinem Knecht ist bedingt durch die sechs vergangenen Jahre, wo er bei dir war, und nicht durch die Zukunft, wo er nicht bei dir ist. Jetzt ist uns bei dieser Auffassung nicht mehr fraglich, warum in diesem Abschnitt, der allein von dem Ewed ibri spricht, auf einmal der ״ שבי־der Tagelöhner“ herangezogen wird. Er muß herangezogen werden, weil beim natürlichen Egoismus des Arbeitgebers die Befürchtung nahe liegt, der Herr möchte im Hinblick auf den teuren J ageiöhner von morgen heute harten und unfreundlichen Sinnes gegen den scheidenden Knecht sein. Deshalb die Mahnung der Tauroh, dies nicht zu sein. Eine weitere Stütze für diese Auffassung dieser Stelle meine ich in den Akzenten finden zu können. שכיר hat ein Sokef koton, also einen der stärksten trennenden Akzente, somit bilden die Worte כי משנה שכר שכיר einen geschlossenen Satzteil für sich unabhängig von dem folgenden ״obgleich doppelt so groß ist ein Lohn eines Tagelöhners ‘. עכדך hat ein tipehoh, also einen der Qualität nach gleichstarken trennenden Akzent wie שכיר, somit steht עבדך allein ״er hat dir ja gedient, und zwar sechs Jahre,“ und das genügt doch! Es ergibt sich also zwanglos die Übersetzung: Und es sei dies in deinen Augen nicht hart, wenn du ihn frei entlassest von dir. obgleich doppelt so groß ist ein Lohn eines Tagelöhners, er hat dir ja gearbeitet sechs Jahre.