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Jeschurun · 1918-03-01 · Heft 3-4 (März 1918) · p. Seite 149

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 3-4 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 149 (sequence 17)
Language
German
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Zionismus, Nationaljndentnm und gesetzestrenes Judentum. 149 Auflösung des ursprünglichen jüdischen Wesens durch den Einfluß der Umgebung, in die wir hineingestellt sind, teilen? haben wir in dem erwähnten Aufsatz ausgeführt. Und wer könnte endlich bezweifeln, daß das eigene Territorium und die gemeinsame hebräische Sprache, wie sie Klatzkin fordert, von entscheidender Bedeutung werden könnten für das Erstarken eines jüdischen Volkstums, daß die Judenheit durch diesen Besitz im ursprünglichen Sinne des Wortes wieder zu einer Nation würde? IX. Jeder einzelnen Anschauung können wir zu einem Teil zustimmen, müssen wir zu einem anderen Teil entgegentreten. Das Gleiche gilt aber auch, wenn wir alle Anschauungen auf ein Gemeinsames zu bringen suchen und das herausschälen, was sie^alle verbindet: Das Bekenntnis zum jüdischen Nationalbewußtsein und die Erhebung dieses Nationalbewußtseins zum beherrschenden Prinzip für die Zugehörigkeit zur Judenheit und zum Judentum. Um mit dem versöhnenden Zugeständnis schließen zu können, beginnen wir, wenn auch nicht in ganz logischer Reihenfolge, mit dem letzteren. Das Nationale ist für den Zionismus das Primäre, die Religion das Sekundäre. Allen Bewegungen im Zionismus ist dieser Gedanke gemeinsam. Die Bezeichnung jüdischer Staatsbürger christlichen Glaubens ist vom Standpunkt des Zionismus kein logischer Widerspruch. Wenn Religion Privatsache ist, wenn Männer, die sich zum Atheismus bekennen, als begeisterte Nationaljuden und Vorkämpfer des Zionismus uns entgegentreten, wenn, wie noch in jüngster Zeit, ein ernster Kampf innerhalb zionistischer Gruppen darüber entbrennen kann, ob denjenigen, die sich als konfessionslos bekennen und aus dem Judentum ausgetreten sind’ die Mitgliedschaft versagt werden darf, so ist jene Zuspitzung, die übrigens einmal in der russischen Duma Wirklichkeit angenommen, durchaus kein Parodoxon. Klatzkin ist mit seinem Satze: ״Jude ־ Sein bedeutet nicht ein religiöses oder ethisches 11

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