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Jeschurun · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1918) · p. Seite 127

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 127 (sequence 127)
Language
German
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Mendele mocher sephorim. 12 7 doch seine besondere Liebe den Armen, den Ärmsten der Armen, den Juden der Dörfer und elenden Flecken des Judenrayons, deren Reichster noch ein rechter Kabzan nach unseren Begriffen ist. Ihre soziale Besserstellung, ihre geistige Hebung sind das Leitmotiv aller seiner Schriften. Seine tiefste Verachtung läßt er die Schmarotzer spüren, die noch den letzten Pfennig dieser Armen erpressen, von ihrem Blute ein Drohnenleben führen. Offene Feindschaft, rücksichtsloses Verdammen kündet er den „geistigen Rettern“, die ohne Kenntnis des Milieus das geistige Gut, das jüdische Volk reformieren und in Anpassung an die es umgebende Kultur „neuorientieren“ wollen. Mendeles Werke lassen sich nicht übersetzen, sie verlieren ihre Eigenart, den ganzen anheimelnden Schmelz bei der Übertragung ins Deutsche. Nur seine Schreibart und einen Begriff von der unendlichen Liebe und dem Scharfblick, mit dem der Verfasser seine Bilder aus dem Leben schöpfte, soll eine im nächsten Heft erscheinende „Verdeutschung“ wiedergeben. Von der Fülle der uns von dem Unvergeßlichen Unterlassenen Werke seien hier nur erwähnt: „Die Klatsche“ (Die Stute), ein philosophierendes Gleichnis, ein Buch, in dem der Verfasser Abrechnung hält mit all denen, die aus dem Ostjuden ein abgetriebenes, kaum mehr einem Lebewesen gleiches, zu Tode erschöpftes, von Ort zu Ort gestoßenes, halb verhungertes und erfrorenes, ausgesaugtes Lasttier gemacht haben, ihm nun aber auch nicht das Gnadenbrot oder ein leichtes Ende gönnen, sondern es immer wieder aus dem Stalle holen, um von seiner Intelligenz, von seinem Spürsinn, von seinen schwachen Kräften zu profitieren. „Das Winschfingerl“, die Lebens-Leidens-und Liebesgeschichte zweier Bethhamidrasch-bochrim, das Lebens- und Leidensbuch der gesamten ostjüdischen armen Jugend im Dorf, in den Flecken und Provinzstädten. Das Bethhamidrasch mit all seinen Typen läßt uns der Verfasser sehen und erleben, aber auch die Dorfstraße, die Wiese und den Wald mit all

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