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Jeschurun · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1918) · p. Seite 125

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 125 (sequence 125)
Language
German
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Mathematik und Apologie. 125 wenden: Wenn dem so wäre, wie käme es dann, daß wir von allen diesen Tatsachen bisher nichts bemerkt haben? Darauf ist zu erwidern, daß dies an folgendem liegt: Die Abweichungen der neuen Theorie von der alten Physik sind umso größer, je größer die dabei in Frage kommenden verhältnismäßigen Geschwindigkeiten sind; die Abweichung ist klein, solange die verhältnismäßige Geschwindigkeit klein ist im Vergleich zur Lichtgeschwindigkeit. Im Verhältnis zu dieser sind aber in Wirklichkeit alle uns für gewöhnlich in der Natur entgegentretenden Geschwindigkeiten äußerst klein: z. B. beträgt selbst die Bahngeschwindigkeit der Erde relativ zur Sonne nur etwa den zehntausendsten Teil der Lichtgeschwindigkeit, so daß bei entsprechenden Problemen die durch die Erdbewegung bewirkten Abweichungen von der gewöhnlichen Mechanik noch außerordentlich winzig sind; erst recht gilt dies also für die gewöhnlichen Bewegungen auf der Erde. Dadurch wird die Bedeutung der durch die Relativitätstheorie hervorgerufenen wissenschaftlichen Revolution aber keineswegs geschmälert: denn einmal ist die grundsätzliche Bedeutung der neuen Ergebnisse, deren erkenntnistheoretischer Inhalt freilich noch nicht genügend geklärt ist, an sich ganz unabhängig von der praktischen Wirkung, und ferner gibt es in der Tat im Bereich unserer Erfahrung, sogar auf der Erde. Geschwindigkeiten, die erheblich sind im Vergleich zu c, z. B. die Geschwindigkeiten der durch die Kathodenstrahlen oder durch die ß-Strahlen der radioaktiven Substanzen fortgeschleuderten elektrischen Teilchen. Zum Schluß sei bemerkt, daß zwar nicht alle, aber doch die Mehrzahl der Physiker heute auf dem Boden der Relativitätstheorie stehen und sie als Grundlage für die gesamte Naturwissenschaft fordern; es ist wohl möglich, daß unsere fernen Nachkommen mit der gleichen Selbstverständlichkeit relativistisch denken wie wir heute in bezug auf die Bewegung der Erde kopernikanisch. Ferner wird an dieser Stelle interessieren, daß die Schöpfer der Relativitätstheorie, Einstein (heute Akademiker in Berlin) und Minkowski, Juden sind (während das Nämliche nicht gilt von dem großen holländischen Physiker

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