Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1918) · p. Seite 123

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 123 (sequence 123)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2292929-2292980-2292982--02683-2295954
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Mathematik und Apologie. 123 aufgebaute Mechanik, wie sie, vornehmlich von Newton begründet, bis zum heutigen Tag sich entwickelt hat und gelehrt wird, gewisse Widersprüche mit der modernen Lichttheorie, insbesondere auch mit dem Fortpflanzungsgesetz des Lichtes, nach dem sich das Licht im leeren (man muß heute hinzufügen: und der Schwere entzogen en) Raum gradlinig mit einer festen Geschwindigkeit von c=300 000 km pro Sekunde ausbreitet (die Bezeichnung c für diese physikalische Größe soll zur Abkürzung im folgenden beibehalten werden). Diese Widersprüche etwa dadurch zu beheben, daß jenes Fortpflanzungsgesetz in einer bestimmten durch die Atherhypothese dargebotenen Richtung abgeändert würde, hat sich als unmöglich erwieseti. da neue äußerst scharfsinnige und feine Experimente das erwähnte Gesetz als richtig erwiesen. Gegenüber allen Bemühungen zum Ausgleich dieser Gegensätze durch neue etwas künstliche Hypothesen hat Einstein im Jahre 1905 den großen und kühnen prinzipiellen Schritt getan, unter vorläufiger Außerachtlassung der gewohnten Vorstellung von der absoluten Zeit nun umgekehrt zu fragen, wie die Grundgesetze der Mechanik beschaffen sein müssen, damit sie vereinbar seien mit dem Fortpflanzungsgesetz des Lichtes, und welche Konsequenzen für die Zeit- und Raummessung sich aus etwaigen Änderungen der Mechanik ergeben. Einstein hat die (gar nicht besonders schwierige) rechnerische Durchführung dieser Aufgabe geleistet und gezeigt, wie auf diese Weise alle künstlichen Hypothesen überflüssig werden, alle vermeintlichen Schwierigkeiten in der modernen Optik sich in ein Nichts auflösen, während allerdings andererseits mit vielen Vorstellungen gebrochen werden muß, die einem jeden von uns als selbstverständlich und unbezweifelbar erscheinen. Endlich hat Minkowski im Jahre 1908 die Einsteinsche Theorie mathematisch ausgebaut, bei ihrer grundsätzlichen Ausdehnung auf die ganze Mechanik die überraschendsten Ergebnisse gewonnen und auch mehr vom philosophischen Standpunkt aus die Konsequenzen beleuchtet; im Anschluß an die Resultate des mitten unter diesen Arbeiten vorzeitig verstor-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.