Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1918) · p. Seite 107

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 107 (sequence 107)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2292929-2292980-2292982--02667-2295938
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Eeligiöse und nationale Erziehung. 107 nach der Verwendungsfähigkeit muß geprüft werden, um die Bedeutung, die den einzelnen Konfessionen zukommt, gerecht zu würdigen. Vor. diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, haben die jüdischen Soldaten und die jüdische Bevölkerung überhaupt Hervorragendes geleistet. Daß im Felde draußen das organisatorische Geschick des jüdischen Soldaten, der nicht fronttauglich war, in der Verwaltung geschätzt wird, ist von vielen Seiten übereinstimmend berichtet worden. Ja, es geht dies so weit, daß man jüdische Soldaten direkt aus den Schützengräben herausgeholt hat, da sie für Verwaltungszwecke in der Etappe und in der Garnison geradezu unentbehrlich waren. Daß im Inlande Deutschland^ den gewaltigen wirtschaftlichen Anforderungen, die der Weltkrieg gebracht hat, gewachsen war, verdankt es im ganz erheblichen Maße jüdischer Intelligenz und Geschäftstüchtigkeit. Es würde zu weit führen, alle die Kriegsorganisationen aufzuzählen, welche durch die Tatkraft jüdischer Fachmänner ins Leben gerufen worden sind, und wir können hier nur auf die ausgezeichneten Ausführungen von May verweisen. Wir sind überzeugt, daß in Zukunft der objektiv und gerecht denkende Teil des deutschen Volkes den großen Verdiensten der deutschen Judenheit im Felde draußen und in der Heimat die gebührende Anerkennung zollen wird. Religiöse und nationale Erziehung1). Von Oberlehrer Dr. Armin Blau, Hamburg. Der Leitaufsatz des Novemberheftes 1917 des Jeschurun von Babbiner Dr. Unna-Mannheim ist eine bemerkenswerte J) Unsere Leser erinnern sich wohl noch des Angriffs gegen den Herausgeber im Jeschurun III S. 121—124, der dahin ging, daß in unserer Zeitschrift dem Misrachismus nie Gelegenheit gegeben wurde, sich zu äußern. Der obige Aufsatz ist der erste, der mir angeboten wird, und ich beeile mich, ihn pflichtschuldigst unverändert abzudrucken. Ich kann freilich nicht finden, daß er irgendwie geeignet ist, die Bedenken derer zu zerstreuen, die vom gesetzestreuen Standpunkt es ablehnen, in die zionistische Organisation einzutreten. Wir werden noch Gelegenheit haben, auf einzelne Ausführungen des gesch. Autors näher einzugehen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.