Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 86)
- Language
- German
- Belongs to
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86 Rabbiner Josef Nobel ז£״ל. der Welt des Geistes darreicht. — Vor diesen Werken bereits schuf Josef Nobel eine Sammlung von Erklärungen zur ganzen תורת, Sinai genannt, von welcher jedoch nur Bruchstücke erschienen sind. An jedem neuen שבח aber schuf er neue פירושים, und wenn er sie alle gesammelt hatte — viele Bände hätten sie gefüllt. Ein Blick in das חומש, und es erhoben sich vor ihm grammatikalische und sprachliche Schwierigkeiten, die er zu lösen suchte; er fand immer wieder andere פבוקים. die trotz aller פירושים. — oft in Verbindung mit anderen Stellen, Deutung heischen, und als ob er sie nie geschaut, versenkte er sich liebevoll in den Geist der ihm so altvertrauten חומש- Verse. — Wie er den Rat und die Vorschrift der Weisen ובשאתה מתפלל אל תעש תפלתך קבע getreulich erfüllte und seine תפלות mit einer Innigkeit betete, als ob er sie jedes Mal zum erstenmal auspräche, so war ihm auch das ״Lernen“ zwar das Spiel seiner Kinderjahre, der Stolz seines Mannesalters und der Stab des Greisentums, und war und blieb ihm dennoch חדשים לבקי־ים das Wort, das wir uns an jedem Tag aufs neue zu eigen machen müssen. — Aber Josef Nobel war nicht nur ein Mann des Friedens und der ausgleichenden Menschenliebe, er konnte auch ein Kämpfer sein, wenn es galt die תורת und ihre Heiligtümer gegen äußere und innere Feinde zu verteidigen. Da konnte das milde Auge Funken sprühen, und die Hand, die die Freundeshand mit so herzlichem Drucke umschloß, erhob sich wie zum Schwur, der 'Wahrheit vom Sinai das Gelöbnis treuester Gefolgschaft auszusprechen. Bereits im Jahre 1880 hatte er aus Totis den Kampfruf gegen die antisemitischen Schmähungen in Rohlings ״Talmudjuden“ erhoben, und war den verleumderischen Anklagen des antisemitischen Professors in einer Erwiderung: ״Kritisches Richtschwert gegen Rohlings Talmudjuden“ mutvoll entgegengetreten. Im Kreise des Judentums aber hatte der Halberstädter Klausrabbiner in großen Berliner Versammlungen im Jahre 1902 als begeisterter Anwalt der Gebete für Zion und vor einem Jahrzehnt als machtvoller Kämpfer gegen die Orgel im