Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
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Rabbiner Josef Nobel זצ״ל. *5 zimmer der Klaus zu lauschen. Die Deutung der Thesen und Antithesen im Buche Mischle war für Josef Nobel gleichsam ein Buhepunkt in der nicht immer leichten Arbeit der שאלות ותשובות und anderen geistigen Mühen, die der Tag ihm brachte; mit freudiger Sicherheit blickte er in die Tiefe der königlichen Spruchweisheit, und sein geschärftes Auge fand unfehlbar das Geschmeide, das des weisen Königs Hand oft geheimnisvoll .zwischen gleichklingenden Worten und Versen verborgen hat. — Raschis erklärende Worte, die in ganz משלי nur Hinweise auf die תורה und ישראל erblicken, waren die Grundlagen seiner Forschung: von ihnen ausgehend suchte er in den Aussprüchen des Mischle-Buches die Weisheiten, die Salomo über die ganze Menschheit ausgegossen und die zum Gemeigut aller Menschen geworden sind. — Der Kommentar zu משלי, der vollendet der Veröffentlichung harrt, trägt den Namen ״Karmel,“ mit dem ihn sein Vater liebevollen Herzens der Reihe seiner älteren Geschwister zugesellt hat. Die letzte der größeren Schöpfungen Josef Nobels ist das Buch Moria: der Kommentar zu Ijob, den er in erstaunlich schneller Zeit geschrieben hat. — Der Beginn des Moria liegt etwa fünf Jahre zurück — seit drei Jahren ist er bereits vollendet. 75 Jahre war Josef Nobel alt geworden, bis er sich entschlossen hat, dieses Buches dunkle WTeisheit zu erforschen. — Unter Heran- Ziehung sämtlicher Erklärer ist er seine eigenen Wege gegangen und hat in den Gesprächen Ijobs und seiner Freunde neue Schönheiten gefunden und neue Wahrheiten enträtselt. Von besonderer Bedeutung für das Verständnis des Buches Ijob erschien ihm die Tatsache, daß es vor מתן תורה geschrieben scheint, daß aber in der Rede und Gegenrede des Buches, in der Anklage und Verteidigung, im wilden Schmerz und im milden Trosteswort der Lichtgedanke von מתן תירה sich siegreich durchringt, um schließlich das Düster zu erhellen und in freundlichen Bildern harmonisch auszuklingen. Gleich dem Buche Karmel ist auch der Moria bis jetzt nicht im Druck erschienen und harrt, in stillem Selbstgenügen (hoffentlich nicht lange), der pietätvollen Hand, die ihn den Freunden Josef Nobels als einen Gruß aus