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Jeschurun · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1918) · p. Seite 82

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 82 (sequence 82)
Language
German
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82 Rabbiner Josef Kobel ז£י״ל. in derselben nicht missen. So erhielt das Prophetenwort in der Haphtara seinen bleibenden liturgischen Rang und Platz im Gefolge der verlesenen Sidra. Also verdrängen durfte und darf die Haphtara das von Sinai stammende Wort nicht, wie alle Berge der Welt den Sinai nicht verdrängen durften. Neben dem ri־nn-Wort jedoch soll die Haphtara ihren Platz behaupten, um — Thabor und Hermon gleich — den Sinaioffenbarungen zu lauschen. הבור והרמון בשמך ירננו Der Thabor und Hermon jubeln ob Deines Namens“. Ich konnte mir nicht versagen, Josef Nobel in diesen Geleitsworten zum Thabor selbst sprechen zu lassen, da gerade sie ein klassisches Beispiel seines מגידיה bilden, ein Kabinetstück seiner Kunst, den Zauber des Midraschwortes zu bannen und die sich offenbarende Lehre für das Verständnis geschichtlichen Geschehens oder für den schlichten Aufgabenkreis des täglichen Lebens nutzbar zu machen. Der Thabor geleitet uns von Schabbos zu Schabbos; von seinem Gipfel schauen wir neue Wege, auf denen Sidroh und Haphtara sich zusammenfinden und folgen oft mit freudigem Erstaunen dem kundigen Führer. Diese Haphtaroth-Erklärungen bilden in ihrer Zusammenfassung ein Volksbuch, das wohl geeignet ist, die traulichen Schabbosstuben der Wohnungen Israels mit dein belebenden Hauch des Thabor-Berges zu erfüllen. — "דיך שרשיו בלבנון, und er schlage Wurzeln wie der Libanon,“ ist das Motto des dritten und größten Werkes, des exegetisch-homiletischen Kommentars zu den Psalmen, das Josef Nobel im Jahre 1910 in zwei umfangreichen Bänden erscheinen ließ. — Mit Ehrfurcht öffnen wir diese Bücher, bergen sie doch die Arbeit von zwei Dezennien. — Fast zwanzig Jahre hat Josef Nobel in dem Vereine תפארת ישרון Tehillim-Vorlesungen gehalten, und das lebendige Wort, das einst die Zuhörer mit Begeisterung erfüllte, hat auf diesen Blättern seine bleibende Stätte gefunden.. Die Ewigkeitsklänge der großen Symphonie der תהלים waren Josef Nobels köstlichste Musik, und er lauschte ihnen sein Lebenlang; im ״Libanon“ ist er seine eigenen Wege gegangen, und die Geleitsworte geben uns wertvolle Hinweise auf die Grund-

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