Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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7 2 Rabbiner Josef Nobel צ״ל ♦. keiten und לשון הרע befürchtete, ließ er den Bachur zu sich kommen und sagte zu ihm: ״Mein Kind, ächezen und krächzen ist sehr schön, aber in sich, nur in sich.“ — In R. Esriel Hildesheimer, dem Rebbe von Eisenstadt, sollte Josef Nobel den zweiten Lehrer und den zweiten väterliehen Freund fürs Leben finden. Sieben Jahre verweilte er im Hause des Rebbe. In seiner tiefen Weisheit muß wohl Esriel Hildesheimer den Gleichklang ihrer beiden Herzen bald empfunden haben, denn Josef Nobel ward nicht nur der Bachur seines großen Lehrers, sondern sein Vertrauter, sein Freund, der verständnisreiche Gefährte seiner macht- und liebevollen Persönlichkeit. Jedoch nicht nur ש״ס ופוסקים waren es, die Josef Nobel in Eisenstadt gelernt, um es in ihnen zur Meisterschaft zu bringen; im Hause des deutschen Rabbiners war es auch der Geist der deutschen Sprache, deren Schönheiten sich ihm erschließen sollten, und die ihn zum Studium der deutschen Klassiker führten. Sein — im besten Sinne des Wortes — moderner Geist und eine erstaunliche Anpassungsfähigkeit ließen große Begabungen in ihm wach werden, und Josef Nobel ward ein Meister in der Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift. Die deutsche Sprache ward ihm ein Instrument, dem er mit dem Wohllaut und der Lieblichkeit seiner Stimme jeden Ton zu entlocken vermochte, und die nun zerrissenen Saiten seiner Harfe konnten der Freude tönen und dem Leid, der auflodern־ den Begeisterung und der hoffenden Zuversicht; sie konnten in machtvollen Akkorden den Ruhm des Schöpfers künden und Israels weltgeschichtliche Aufgabe, und da war keiner, der sich dem Zauber dieser Klänge hätte entziehen können. Die Erinnerungen an seinen großen Lehrer und sein Haus hat Josef Nobel sein Leben lang dankbar bewahrt; ward ihm ja in diesem Hause, das so vielen zur Heimat geworden, ein ganz besonderes reiches Maß von Liebe gespendet und mit wehmutsvoller Freude gab er zuweilen aus dem Schatze seiner Erinnerungen kleine Erlebnisse aus dem Hause des Rebbe zum Besten. An einem פדרים hatte er und ein anderer Bachur sich zur Belustigung der Gäste verkleidet. Sein Kollege, ein