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Jeschurun · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1918) · p. Seite 71

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 71 (sequence 71)
Language
German
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Rabbiner Josef Nobel ר£כ״ל. 71 unbegrenztes Gottvertrauen der Urquell dieses achtzigjährigen nimmermüden Wanderns und ein im Feuer des Leids erhärteter, goldener Optimismus das Geheimnis einer jünglingsgleichen Lebensbejahung. Diese seelischen Güter — von seiner Vätern ererbte Schätze waren es, die sich Josef Nobel aufs neue erworben hatte. In einem kleinem Platze bei Totis in Ungarn in den Chanukatagen des Jahres 5598 geboren, kam er schon früh nach Totis in das Haus seines Großvaters R. Aharaun Kutna זצ״ל, des weitberühmten Raw, dessen sittliche und geistige Größe ihm zum leuchtenden Vorbild wurde. Ein Band zärtlicher Liebe umfing Großvater und Enkel, und das Bild des geliebten Lehrers begleitete Josef Nobel bis in seine letzten Lebenstage. Von den Erkärangen, die Aharaun Kutna zu ganz ש״ס geschrieben, ist leider nur ein kleinster Teil im ספר משחת אהרן niedergelegt, das von seinem Enkel neu herausgegeben wurde; wenn aber auch die Fülle geistvoller פירושים weiteren Kreisen nicht zugänglich gemacht ist, in dem Herzen des Enkels lebten sie jedoch fort, und gar oft konnte man vergilbte Blätter vor ihm sehen, darauf des Großvaters Hand Worte der Weisheit verzeichnet hatte. Aber nicht nur dem ״Lernen״ von R. Aharaun Kutna war in Josef Nobels treuem Gedenken ein Denkmal errichtet, auch sein Leben im Strahlenkreis der מצוות stand dem Enkel nach mehr als zwei Menschenaltern in unverblichenen Fa. een vor Augen, und mit geradezu kindlicher Anhänglichkeit zitierte er ernste und heitere Aussprüche des Großvaters. — R. Aharaun Kutna pflegte zuweilen, wenn die Augen seiner Schüler bewundernd an seinen Lippen hingen, in vorbildlicher Bescheidenheit sein eigenes Geisteswerk zu verwischen und lächelnd zu sagen: ״Nit wahr, unsere תורה ist ganz schön,“ und so habe auch ich gar oft aus Rabbiner Nobels Munde in reinster Herzensfreude über ihm wohlgelungene Erklärungen, begleitet von schalkhaft gütigem Lächeln, gehört ״Nicht wahr, unsere תורה ist ganz schön.“ — Eines Tages in einem שיעור über תפלה erzählte er folgendes Scherzwort des Großvaters: Ein Bachur pflegte sehr laut zu oren; die anderen Bachurim beschwerten sich darüber, und da R. Aharaun Zwistig-

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