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Jeschurun · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1918) · p. Seite 56

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 56 (sequence 56)
Language
German
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Ein Blick in das Wirtschaftsleben der Juden im Mittelalter. schlechtes Land in blühende Besitztümer. Sie verwendeten viele Mühe auf Neupflanzungen. Die Parzellierung der Stücke behufs Teilung unter die Pamilienmitglieder führte dem Landbau immer neue Kraft zu. Auch in Deutschland waren sie trotz aller erschwerenden Umstände nicht vom Grundbesitze ausgeschlossen. Der im Jahre 1028 verstorbene Rabbiner von Mainz, Rabbenu Gerson, spricht in seinen Rechtsbescheiden an verschiedenen Stellen von Weinbergen und Feldern, welche sich im Besitze von Juden befinden. Frauen bringen ihren Männern Häuser und Grundstücke in die Ehe. Das in Regensburg verfaßte „Blich der Frommen“ erklärt es für Sünde, auch von einem Nichtuden Zins anzunehmen, wenn man sich vom Ertrage der Felder ernähren könne. Diese Bemerkung ist nur verständlich, wenn der Verfasser es für möglich hielt, daß auch in jener Zeit noch ein deutscher Jude durch Ackerbau seinen Unterhalt finden konnte. Als dann die Zeit der Verfolgungen begann und die politische Lage der Juden immer kritischer und schwieriger wurde, mußten sie infolge der stets drohenden Vermögenskonfiskationen und Landesverweisungen danach streben, ihren Besitz möglichst mobil zu erhalten. Der Grundbesitz war zu offenkundig und mußte die Habgier ihrer Verfolger allzusehr reizen. Auch war er im Falle eines erzwungenen Fortzuges nur tief unter dem Werte zu veräußern. So geht infolge der Summe all dieser hindernden äußeren Umstände der Anteil der deutschen Juden an der Bebauung des Bodens allmählich auf ein Minimum herunter. * * Weit hervorragender war die Beteiligung der Juden am Handel. Man hört darüber gewöhnlich folgende Theorie. Bis zur Zeit der Kreuzzüge seien sie die Hauptträger des deutschen Handels gewesen. Infolge der Beziehungen zu ihren über die ganze Welt zerstreuten Glaubensgenosssen seien sie besonders geeignet gewesen, die Vermittlerrolle zwischen Orient und Okzident zu übernehmen und den europäischen Märkten die köstlichen

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