Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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50 Die Josephserzählung. So zeigt sich nun aber auch, daß V. 2 und Y. 12 keineswegs in einem Gegensatz stehen. Das war es ja eben: Joseph, der anfänglich mit den Brüdern beisammen war und mit ihnen gemeinsam die Schafe weidete, hatte sich allmählich vollkommen von ihnen getrennt, ohne daß das dem Vater recht zum Bewußtsein gekommen wäre. Jetzt erst sieht er, wohin das alles geführt hat. Nachdem ich die vorstehenden Ausführungen niedergeschrieben habe, werde ich durch einen Hinweis bei Ho%ann, Die wichtigsten Instanzen gegen die Graf-Wellhausensche Hypothese, Heft 2, auf die geistvolle Erklärung aufmerksam, welche David Rosin s. A. in seinen ״Beiträgen zur Bibelexegese* (Jubelschrift zum 90. Geburtstage von Dr. L. Zunz S. 39) für 37,2 gibt. Auch Kosin nimmt daran Anstoß, die Worte והוא כעד so aufzufassen, daß Joseph Hirtenbursche bei den Söhnen Bilhas und Silpas gewesen sei. meint aber, sie wären überflüssig, wollten sie nur besagen, daß ein siebenzehnjähriger Jüngling ».jung war.“ Die Worte והוא כעד bezeichneten vielmehr den Zustand der Person während der erzählten Handlung ähnlich wie 13,8 והוא עוכלד .18,1 וךזיא ויער u. a. St., ״hier also das Knabenalter Josephs in der Zeit seiner Hirtendienste und des bis zur verfolgenden Feindschaft nach und nach entwickelten Hasses seiner Brüder*. Kosin meint: ״Daß nicht alle angeführten Vorgänge nebst dem schließlichen Verkaufe in das vollendete siebenzehnte Jahr Josephs nach dem Sinne der Erzählung fallen sollen, dürfte wohl allgemein zugestanden werden. Der Schrift schwebte vor allem die Haupthandlung, der Verkauf Josephs, vor. Sie beginne daher mit der Zeitbestimmung dieser Tatsache durch die Worte: ״Joseph, siebenzehn Jahre alt,* finde jedoch sogleich notwendig früher Gesehenes nachzuholen, um den unversöhnlichen Haß der Brüder zu erklären. Deshalb breche der begonnene Satz ab und schalte vor dessen Forseteung den nachträglichen Bericht aus den Kinderjahren Josephs ein. Dieser werde bis V. 11 gegeben. Mit V. 12 wird dann die Erzählung wieder aufgenommen ״natürlich ohne Rücksicht auf die angeführten Anfangsworte vielmehr wie eine Fortsetzung des unmittelbar Vorangegangenen weiter erzählt.“ Da diese von der hier vorgetragenen abweichende, aber sicherlich sehr erwägenswerte Auffassung des betreffenden Satzes an einer wenig zugänglichen Stelle gegeben wird, habe ich geglaubt, sie mitteilen zu sollen. Eine andere Erklärung des Verses versucht Hoffmann a. a. O. S. 65. Ehrlich, Randglossen I S 184 will ״ כעדim Sinne von unverheiratet* fassen und beruft sich auf כעורים Num. 30.4. Das Wort hat aber dort keineswegs diese Bedeutung. S. auch Kaschi z. St. Noch weniger kann נער Ex. 33,11 in jenem Sinne genommen werden, wie Ehrlich, a. a. O.