Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Josephserzählung. 49 zu ihnen senden. Er erwiderte ihnen: hier bin ich. Da sprach er zu ihm: gehe und siehe nach dem Wohlbefinden deiner Brüder und nach dem Wohlbefinden der Herde und bringe mir Antwort“ nur eine nähere Ausführung und das Beispiel dafür sind, wie Jakob ״sich die Sache merkte.״ Er möchte einienken! Aber es ist zu spät! Gerade jetzt, da Jakob wieder Joseph mit den Brüdern zusammenzuführen bestrebt ist, werden sie erst recht wie durch eine höhere Gewalt auseinander gerissen. Und gerade der Umstand, den Jakob mit der bewußten Absicht herbeiführt, um eine Versöhnung anzubahnen und gleichzeitig wohl auch, um den Söhnen zu zeigen, daß er des festen Willens sei, Joseph von seiner eitlen Selbstüberhebung zu befreien, ihn zu seinen Brüdern zu bringen und den älteren sich unterordnen zu lassen, ist es, der das kommende Unheil nur um so mehr beschleunigt. Denn Jakob kann die Vergangenheit nicht mehr auslöschen. Und in dem bunten Bock wird jene den Brüdern zur lebendigen Gegenwart. Während Joseph hineilt, um als treuer, gehorsamer Sohn des Vaters Auftrag zu erfüllen, während er trotz aller seiner Träume, die ja von Gott gesandt sind, nun nichts weiter ist als das gute Kind, das dem Vater in unbefangener Reinheit gegenübersteht und gern und freudig alles auf sich nimmt, wozu dieser es auffordert, das, ohne noch näher zu wissen, welcher Art die Aufgabe ist, die ihm übertragen werden soll, spricht: ״hier bin ich“, ja, während er noch über des Vaters ausdrücklichen Befehl hinausgeht und die Brüder mit der Seele suchend, das Wort spricht: ״meine Brüder suche ich“, während Joseph sich zu reinigen und zu demütigen beginnt und die brüderlichen Gefühle in ihm hervorbrechen, haben jene sich des letzten kargen Bestes brüderlicher Liebe vollends begeben1). Es kommt gar nicht mehr dazu, daß Joseph ihnen des Vaters Auftrag ausrichten darf. Das ולא יכלו דברו לשלום ist nun zu seinem letzten furchtbaren Endpunkt gekommen. ב) Tief und fein dringt Rasehi in den ganzen psychologischen Zusammenhang der Erzählung ein, wenn er zu V. 17: נסעו בלזח, der Antwort auf die Bitte: את אחי וגר׳ זרגידזר נא לי איפח זרם רעים bemerkt: חסיעו עצכלן כלן זראחחר. Rasehi will aber m. E. mit diesen Worten zu_ gleich den Midrasch r. z. St.: בלז־ח: כלכלדותיו נצל בלנןים erklären, nicht von ihm abweichen. Auch diese Auffassung des Midraschwortes ist überaus feinsinnig. 4