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Jeschurun · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1918) · p. Seite 47

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 47 (sequence 47)
Language
German
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Die Josephserzählung. 47 einanderreißung des Zusammenhangs, die Trennung von Haß und Neid, wäre dann vielleicht nicht möglich gewesen. Dieses ויקנאו steht so gut und so vorzüglich an seiner Stelle, wie irgend ein Wort in der Josephsgeschichte. Die Brüder hassen nicht mehr allein den Joseph; sie beneiden ihn, denn sie beginnen zu fühlen, daß seine Träume einst Wahrheit werden könnten. Damit stimmt dann auch vorzüglich V. 20b überein: ״dann wollen wir einmal sehen, was aus seinen Träumen wird.“ So ist ויקנאו die letzte Steigerung von 1וישנאו . .. ויוסיפו עוד שגא אוחו). Wenn die Brüder ihn jetzt beneiden, so geschieht dies nicht nur wegen des Inhalts seines Traumes, sondern vor allem, weil Joseph es wagt, diesen Traum dem Vater zu erzählen. Das erst macht ihnen klar, wie sehr er von seinem Traume erfüllt sein muß. Sollen die Brüder aber davon wissen, so müssen sie zugegen gewesen sein. So bestätigt sieh also von neuem die Angabe: ויספר אוחו אל אביו ואל אחיו. Und daß Joseph den Traum das erstemal den Brüdern allein, jetzt Vater und Brüdern erzählt, dies erst bezeugt den letzten Grad und die ganze Stärke seiner Selbstsicherheit und Selbstgewißheit, wie es die selbstverständliche naive Absichtlichkeit seiner Mitteilung an den Vater kundtut, der der Gedanke einer Überhebung oder gar bewusster Verietzung vollkommen fern liegt. Bekannt ist die Deutung der Alten, welche Raschi in seinem Pentateuchkommentar auszugsweise anführt: ״Der Vater merkte sich die Sache,“ das wolle sagen: Jakob nahm sich eine Feder und schrieb sich auf, an welchem Tage, zu welcher Stunde und an welchem Orte der Traum statthatte. R. Chija der ältere meint. Es heißt: sein Vater merkte sich die Worte, und der *) Eben, darum darf aber auch derTalmud a. a.O.; (s. auch Jalkut z. St. sagen: ,במוביל טובי סלעים כלילת — נתקנאו בו אחיו ונתגלגל הדבר וכר. Midr. Ber. r. und Jalkut a. a. O. hat nur die unmittelbaren Folgen im Auge. Darum heißt es: צריך אדם מולא לכונות רכו״ שע״י כתנת פסים ו יכו נ או אותו bezw. ,לא יכלו וגד• S. noch die schöne Stelle in Tanchuma ed. Buber I, 188: כי עזה ככלות אהבה, אהבה שאהב יעקב ליוסף? — קשה כמואול קנאה שקינאו בו אחיו, וכיה תעמוה אהבה בצד הקנאה וגלי גרם ליוסן: לבוא ליה- שבאה, האהבה שאהב אותו יותר כלדאי. Nachträglich sehe ich, daß auch schon A. B. Ehrlich, כפשוטו בלק רא, I, Berlin, Poppelauer 1899, S. 101 bemerkt: בתחלה היו שונאים אותו, ובהשגות החלום התחילו להאבלין שיעלה לגדולה וקנאו סר. Diese psychologische Begründung ist aber unzureichend.

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