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Jeschurun · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1918) · p. Seite 43

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 43 (sequence 43)
Language
German
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Die Josephserzählung. 43 wieder, daß die Voraussetzung falsch ist, welche der Erklärung, die Jacob für V. 2 gibt, zu Grunde liegt. Wo wir auch die Josephsgeschichte aufschlagen, überall sind die Brüder von der größten Ehrfurcht gegen ihren Vater erfüllt. Dieser Zug ist, trotz vereinzelter Ausnahmen, typisch für alle Söhne Sems, welche Fehler sie auch sonst haben mögen. Der leidenschaftliche Haß gegen Joseph kann gewiß die Brüder einen Augenblick verwirren, so daß sie nicht davor Zurücks ehre cken, dem Vater den schwersten Kummer zu bereiten. Aber wie wetteifern sie auch da, um dem Vater, nachdem der Rausch der Leidenschaft verflogen ist, zur Seite zu sein, um ihr! zu trösten und aufzurichten! Der Gedanke kommt ihnen gar nicht, dem Vater darob zu zürnen, daß er den Joseph so sichtlich bevorzugt. Allerdings muß auch;die Mitteilung ויבא יוסף את רבתם beachtet werden; sie steht nicht nur zutällig vor den Worten וישראל אהב. Joseph war. das ergab sich ja z. T. schon wie von selbst durch die bevorzugte Vertrauensstellung, die er, der Liebling seines Vaters, sich zu erwerben gewusst hat, eben durch diese Vertrauensstellung dahin gekommen, dem Vater gegenüber herbe Kritik an den Brüdern zu üben. Dadurch isoliert er sich unbemerkt noch mehr von seinen Geschwistern, trennt den Vater immer mehr von seinen anderen Söhnen, wie er selbst immer tiefer mit dem Vater zueins wird. Der סתגת פסים macht diese Scheidewand immer größer. Jetzt erst wächst sich der Haß zu seiner ersten bedrohlichen Höhe aus. Die Brüder können ihn nicht mehr zurückhalten: ״sie vermögen nicht mehr freundlich mit ihm zu reden.“ Steht auch bei den ״üblen Nachreden״ nichts von Haß, so darf also doch nicht kurzweg behauptet werden, daß es ״eine Erfindung ist, daß die Brüder Joseph wegen seiner Nachreden hassen.“ Wer sich hier in das Bibelwort vertieft, der wird vielmehr aus dem ganzen Zusammen« hang der Erzählung heraushören, daß auch die üblen Nachreden keineswegs unbeteiligt an diesem Hasse sind. Die Einwendung der Kritik, daß der Haß nicht zu dem bunten Rocke passe, ist aber nun vollkommen hinfällig, nach all dem. was wir hier

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