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Jeschurun · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1918) · p. Seite 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 40 (sequence 40)
Language
German
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40 Die Josephserzählung. des Vaters immer nur uriverschämte Gegenreden gehabt haben sollten. Es müßte sich doch zudem oft genug um Dinge gehandelt haben, die nur dem Wohle der Kinder dienten und von denen die Söhne selber das doch hätten einsehen müssen. Wollte man aber annehmen, die Schrift hebe hervor, daß Joseph nur die frechen Antworten hinterbracht hätte, was wäre dann mit dieser ganzen Auffassung gewonnen? Es ist schließlich vollständig irrig, daß nach der bisher üblichen Übersetzung ein Widerspruch besteht zwischen V. 2 und V 12. Das Gegenteil trifft zu! Das möge die folgende Darlegung erweisen, die aber zugleich einen neuen Beitrag zu der Erklärung des Zusammenhangs und zu einzelnen schwierigen Sätzen geben will, wobei sich sodann von einer neuen Seite zeigen dürfte, wie sehr die Kritik mit ihrer schablonenhaften Verteilung von Haß und Neid an angeblich verschiedene Quellen oft nur an der Oberfläche haften bleibt und an den Schönheiten und Tiefen des Bibelwortes ahnungs- und Verständnislos vorübergeht. Wir halten einmal zunächst fest, daß היה רעה וגר״ V. 2 bedeutet: ״Joseph weidete mit den Brüdern die Schafe,“ während die Mitteilung והוא גער את בגי בלהה an dieser Stelle sich wohl am besten durch die Auffassung erklärt, welche in dem Midrasch (Ber. r. Kap. 84 u. a. O.j zum Ausdruck kommt, der in seiner plastischen, anschaulichen Weise zu erzählen weiß, was alles Joseph von den Brüdern zu berichten hatte, wobei nicht an letzter Stelle steht die schlechte Behandlung, welche diese den Söhnen der Mägde zuteil werden ließen. Der Satz והוא גער, der ja auch an sich von Interesse ist, ist also gewissermaßen in Parenthese zu setzen. Satz 3 und 4 erzählen uns dann: Israel liebte den Joseph, denn er war ihm ein Sohn des Alters, und er ließ ihm einen כתגת פסים machen. Da nun seine Brüder sahen, daß ihr Vater ihn mehr liebte als alle seine Brüder, da haßten sie ihn und konnten nicht friedlich mit ihm reden.“ Jacob will in dem בתגת פסים ein Priester- und Königskleid sehen mit Rücksicht darauf, daß jenes hier immer כתגת genannt wird, obwohl wir doch sonst in der Josephs-

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