Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Josephserzählung. 37 wohin die Sache gehört. Dem Väter erzählte er es, damit die Brüder vom Vater zureehtgewiesen und von ihren Fehlern geheilt würden. Der wahre Kundschafter geht jedoch überall, nur nicht dorthin, woher Abhülfe kommen könnte. Darum heißt es von ihm nicht ״ מביאer bringt,“ sondern מוציא רבה, und auch bei unsern מרגלים heißt es nicht ויביאו sondern ויציאו דבח הארץ“. Dies ist zugleich eine Antwort auf die Einwürfe Jacobs, zu welchen aber fernerhin gesagt werden muß, daß sie den Charakter der ganzen Josephserzählung in gewisser Weise verkennen. Man darf die Schuld Josephs gewiß nicht übertreiben und muß überdies seiner Jugend manches zugute halten. Man darf sie aber auch nicht ganz wegleugnen wollen. Vollkommen ohne Schuld ist er nicht und soll er nicht sein, ebensowenig wie Jakob in seiner Jugend fehlerfrei gewesen ist. Auch darin gleichen sich, wie in so vielen anderen Punkten, — man lese die schöne Gegenüberstellung des Midrasch (Ber. r. Kap. 84, Midr. hag. 504 u. a. 0.) — Vater und Sohn. Beide sind sie von Gott zu einer erhabenen Sendung bestimmt. Beide sind sie von vorneherein schon mit jenen großen inneren Gaben und Vorzügen ausgestattet, durch welche sie andere überragen. Dort dringt die Mutter in den Kern von Jacobs Wesen früh ein. Hier hat der durch so viele Erfahrungen des Lebens gereifte Vater mit seinem in ihnen gewonnenen tiefen Blick für den inneren Wert der Menschen eine besondere Vorliebe für Joseph, den Sohn Rahels1). Bei Bebekka, deren Herzensgüte wir schon von der Zeit ihrer Jugend her kennen, brauchte x) Jacob will S. 86 כי בן זקונים הוא dahin erklären: *Joseph war ihm ein Sohn, wie ihn das Alter gern hat und braucht. Er fühlte sich, der mütterliche Knabe, obgleich er immer mit den Brüdern zu tun hatte und trotz seiner Jugend mehr zu dem alten Vater hingezogen. בן זקונים kann, muß aber nicht ein Spätgeborener sein“. Das Richtige scheint mir Philo, De Josepho, ed. L. Cohn S. 62 zu treffen, wenn er sagt: ״Da sein Vater eine edle und den Durchschnitt weit überragende Sinnesart in ihm entdeckte, erstaunte er darüber und hatte acht auf ihn und liebte ihn, zumal er ein Spätgeboreaer war, ein Umstand, der besonders zur Steigerung der Zuneigung beiträgt“. Auch der Midrasch (Pirke dei Rabbi Elieser Kap. :iS) sagt: לכי בן זקונים היה יוסן5 והלא בביבלין היה בן ־קוניפ, — in der Tat wird ja Benjamin als ein ילד זקונים קטן Gen. 44, 20 bezeichnet, wobei allerdings zu beachten ist, daß dort jeder der dre1