Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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34 Die Josephserzählung. Und den Nagel auf den Kopf trifft er mit der Bemerkung: ״Die Scheidung nach Haß und Eifersucht ist unhaltbar. Unglücklicherweise steht keines von beiden, wo es stehen sollte. ]Beim Rock und der väterlichen Liebe steht der Haß, bei der Angeberei steht gar nichts, und die Träume, die also hierfür indifferent zu sein scheinen, sind mit beiden versehen״ (a. a. 0. S. 88). Schade nur, daß er in seinem ersten Übereifer gegen die Kritiker S. 84 meint, daß ״die Eifersucht weder zur Angeberei, noch zum Rock, noch zu den Träumen in Beziehung gesetzt sei“, sondern V. 11 für sich ״am Ende״ stehe, was zu sagen natürlich unmöglich ist. Was soll denn das überhaupt heißen ״am Ende״? Vers 11 bezieht sich selbstverständlich auf den Traum, von dem V. 9 u. 10 gesprochen wird. Ich nehme jedoch an, daß jene Äußerung Jacobs durch die zweite zurückgenommen ist und aufgehoben wird. Man kann es ja verstehen, daß, wer so viel unverdauliche Kost hinunterschlucken soll, im ersten Augenblick geneigt ist, alles und jedes zurückzuweisen, was die Kritik darreicht und dabei auch das ausschüttet, was an sich durchaus richtig und annehmbar ist. Vortrefflich ist wieder die folgende Randglosse: ״Den Ärmelrock bekommt J nur, weil E bereits mit den Träumen versorgt ist, nicht etwa darum, weil ihm eine besondere Vorliebe für jenen Dachgewiesen werden kann.״ (a. a. 0). Die Schärfe der Kritik büßt hier um nichts ein, auch wenn die voraufgehende kritische Note: «Die Träume eignen sich darum niciit als Ausgangspunkt für E, nachdem man sich mit V. 19 für J festgelegt hat,״ nicht das gleiche Gewicht beanspruchen kann. Die meisten Kritiker sind nämlich in ihrer Konstruktion folgerichtig genug, um auch V. 19 E zuzubilligen, der nun einmal, wie Jacob hübsch sagt, gewissermaßen der בעל חלומות in den Augen der Kritik ist. Dagegen geht Jacob m. E. entschieden zu weit, wenn er geradezu behauptet: ״Daß die ״üblen Nachreden״ dem Joseph den Haß der Brüder zugezogen haben, ist Erfindung,״ und wenn er jene nun gar ״beseitigen״ will. Hören wir, was er zur Begründung für seine These anführt.