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Jeschurun · 1918-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1918) · p. Seite 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 32 (sequence 32)
Language
German
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32 Raschfs Tiefblicke in die Religionsgeschichte. ברם זכרר אותר דזאימ לטוב וירזרמב בן* גבללא טוכלר. Durch dieser Lob. das dem genannten Hohenprister gespendet wird, sahen sich die Tossafisten z. B. zu der Bemerkung veranlasst, daß Josua ben Gamala ein vollkommener Gerechter war צדיק גנלור דזיזר כדאמכחן רכא:, und wenn der Talmud in Jebamoth 61a sagt: Ich sehe hier eine Verschwörung oder Bund, so meint er nur, daß für diese Stelle noch vor ihm würdigere Kandidaten in Betracht kamen. Was war nun Josua ben Gamala in Wirklichkeit? Ein ״vollkommener Gerechter“ oder ein ״Bösewicht“? Und was bedeutet hier der merkwürdige Ausdruck קטיר oder קמר? Hat Josua ben Gamala an irgend einer Verschwörung teilgenommen; hat er einem hochverräterischen Bunde angehört? Die Antwort finden wir bei dem Historiker Josephus. Die Geschichte rechtfertigt die Ansicht Rasehis. Es unterliegt zwar keinem Zweifel, daß der Genannte, wie in Baba b. berichtet wird, sich um das Schulwesen große Verdienste erworben hat, aber in seinem Verhalten den Hörnern gegenüber war er nicht ganz einwandfrei. Seine Zeitgenossen haben ihn jedenfalls für einen heimlichen Römerfreund gehalten, und er wurde gleich Anan, seinem Nachfolger im Amte, mit dem er ״auf's engste verbunden war“ von den Zeloten wegen seiner Römerfreundlichkeit getötet. ״So sah man denn die Männer“, sagt Josephus, der dritte im Bunde, ״die kurz zuvor noch mit dem heiligen Gewand bekleidet, an d.er Spitze des in alle Hiiümelsgegenden verbreiteten Gottesdienstes gestanden hatten und von den aus der ganzen Welt nach Jerusalem strömenden Pilgern ehrfurchtsvoll begrüßt• worden waren, jetzt nackt den Hunden und wilden Tieren zum Fräße hingeworfen“ (Joseph. Krieg 4,5,2). Schon dieses Lob aus der Feder eines Josephus, des bekannten Römerfreundes, genügt, um den Verdacht der Zeloten ernster zu nehmen. Er war gleich seinem Freunde Anan römisch gesinnt. Sicher ist, daß er die Beschlüsse des obersten Gerichtshofes, die gegen den Römling Josephus gerichtet waren, an dessen Vater verriet (Jos. vita 18—19 Grätz, 3,370) und daß er im Vereine mit seinem Freunde Anan. die Einheit des Synhedrion störte, was den Römern zu gute kam (Vgl Jos. vita 38. 41 und Grätz 3,358). Weder Josua ben Gamala noch Anan erfreuten sich eines guten Rufes. Anan ließ den Zehnten von den Tennen wegnehmen und diejenigen, die sich widersetzten, mit Schlägen behandeln (Jos. Antt. XX, 9,2» und auf die Würdigkeit Josuas ben Gamala fällt ein grelles Licht durch die Erzählung des Josephus, daß sein Vorgänger im Amte, Josua. Sohn des Damnäos, ihm das Amt nicht abtreten wollte und förmliche Straßenkämpfe gegen ihn auf führte (Antt. XX. 9.4 Scherer Gesch. 1,584). Raschi scheint demnach mit dem קמר מל רמעים das Richtige getroffen zu haben.

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