Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Baschi’s Tiefblicke in die Religionsgeschichte. 31 treten wird. Doch wir müssen abbrechen- Es wird im Verlaufe unserer weiteren Ausführungen noch Gelegenheit sein, darauf zurückzukommen. Wir sind bereits weit über den Rahmen der beabsichtigten Einleitung hinausgegangen. Diese sollte den Unkundigen (auch unter den Zionisten dürfte mancher Unkundige sein) kurz orientieren. Die Absicht, auch nur einen kurzen Abriß einer literarisch so reich vertretenen Bewegung im Rahmen eines Aufsatzes zu geben, lag naturgemäß fern, Wir haben, soweit uns bewußt, nirgends die Tatsachen tendenziös gruppiert. Es wurde freilich überall das hervorgehoben, was vom Standpunkt des gesetzestreuen Judentums Anlaß zur Stellungnahme gibt. Denn was wir in Zu- Stimmung und Ablehnung zu den mannigfachen Anschauungen zu sagen haben, soll Gegenstand der folgenden Aufsätze sein, J. W. Raschi's Tiefblicke in die Religionsgeschichte. Yon Rabbiner Dr. S. Funk, Wien. (Fortsetzung). In der Mischna Jebam. 6,4 wird berichtet, daß Josua ben Gamala die verwitwete Martha, Tochter des Boethos (oder aus dem Hause des Boethos) zur Frau nahm, nachdem er vom König Jannai zum Hohenpriester ernannt wurde. Da die Verlobung vor seiner Ernennung zum Hohenpriester stattgefunden, lag vom Standpunkte des Keligionsgesetzes kein Hindernis vor. Nichtdestoweniger bemerkt B. Josef: קטיר קחזיכא ״ דלעאEine Verschwörung sehe ich hier, denn R.ijAssi hat überliefert, daß Martha, die Tochter des Boethos, dem König Jannai ein Scheffel Denare gegeben hat, damit er Iosua ben Gamala zum Hohenpriester ernenne.“ Raschi fügt nun seinerseits zum Worte קטיר hinzu: קעור כול ״ רעועים אבי ריאה כאןIch sehe hier eine Verschwörung (diese Bedeutung im Sinne von Hochverrat hat das Wort קעור in 2 Sam. 2;5,12 נ Kön. 11,14; 2 Ohron. 23,13) er war nicht würdig zu diesem Amte, und nur weil er gegeben, haben sie ihn ernannt,“ וכלבח־־לו. Baschi brandmarkt so auch ihn selbst, den Hohenpriester Josua ben Gamala und bezeichnet ihn als רעוע, was umso auffallender ist, als seiner in der bekannten Talmudstelle, in Baba b. 21a in ehrenvollster Weise Erwähnung getan wird: