Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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saaaa 30 Zionismus. Nationaljudentum und gesetzestreues Judentum. minder Abtrünnigkeit und Austritt aus unserem Volkstum bedeuten, als es bisher die religiöse Taufe zu bedeuten hatte. Und wird unser Volk in zwei Sprachen geteilt, in Jargon und Hebräisch, so werden aus ihm zwei Völker hervorgehen: und ein unüberbrückbarer Abgrund wird zwischen ihnen klaffen. Es gibt schlechterdings keine nationale Brücke zwischen Palästina und Golus, zwischen „Zentrum“ und „Peripherie“. Noch hat der Zionismus seinen revolutionären Sinn nicht hinreichend erkannt, noch ist er in Golus-Romantik eingebettet. Es ist Zeit, die grausame Wahrheit auszusprechen, daß das Golusjudentum keine nationale Zukunft hat und unrettbar dem Untergang entgegengeht. Soweit Klatzkin. Eine zweite Aufsatzfolge „Erhaltung und Neubeginn“, in der er „die nationalen Aufgaben im Golus behandeln will, die Aufgaben der Erhaltung um des Neubeginns willen“ ist bisher noch nicht erschienen. Offenbar sollen wir da mit seiner Katastrophenlehre etwas versöhnt werden. Heinrich Margulies ist dieser Verelendungstheorie, dieser Synthese von Marx und Herzl neuerdings entgegengetreten1). Es sind im wesentlichen die Gedanken Birnbaums, und es erübrigt sich, darauf näher einzugehen. Aus dem Umstande, daß „Der Jude“ noch zwei andere Aufsätze ähnlicher Tendenz bringt2), die, wie der Herausgeber bemerkt3), nur aus einer Anzahl ihm zugegangener, die für die Bedeutung des jüdischen Golus eintreten, ausgewählt sind, läßt sich schließen, daß die Würdigung und Berücksichtigung des Golusproblems innerhalb des Zionismus immerhinn eine Rolle spielt. Wir müßten noch die vierte der Richtungen innerhalb des Zionismus, von denen wir oben gesprochen, den Kulturzionismus in der eigenartigen Färbung, die er jetzt angenommen hat, skizzieren, jene mystische, neuchassidische, christlich-jüdisch schillernde Richtung, die von den Jüngern Martin Bubers verl) „Der Jude“ II, S. 601—609. 2J Hermann Glenn „Galuth“ a. a. 0. S. 517 ff. und Rafael Seligmann „Bejahung und Verneinung des Galuth“ S. 595ff. *j S. 517.