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Jeschurun · 1917-12-01 · Heft 12 (Dezember 1917) · p. Seite 682

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 12 (Dezember 1917)
Date
1917-12-01
Page
Seite 682 (sequence 58)
Language
German
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682 Aus der alten Zeit. hübsches, zartes, schwarzäugiges Mädchen —, übergab ihr Schlüsselbund und die Aufsicht über das Haus als ihre Vertreterin und sagte ihr: „Gib gut Obacht, Perele, mein Goldkind, auf alles, was im Haus zu tun und anzuordnen ist; und vor allem paß auf den Vater auf, daß er keine Mahlzeit versäumt. Denn du kennst ihn ja, wie er nur ans Lernen denkt und darin so vertieft ist, daß er, wenn man ihn nicht von Zeit zu Zeit erinnert, an Essen und Trinken vergißt!“ Dann wandte sich Hechele dem Geschäft zu, und ihre erste Geschäftshandlung war, an Da vidi, ihren Vertrauten, der in alle Geschäftsgeheimnisse eingeweiht war, einen Brief zu schreiben. Davidl war ihr Vetter, den sie nach dem Tode seines Vaters als ganz kleines Kind bei sich aufgenommen hatte. Da sie sah, daß er für den Kaufmannsberuf Neigung hatte, bildete sie ihn zu ihrem Geschäftsgehilfen aus, und als sie merkte, daß er viel Talent dafür als Kommissionär hatte und große Sachkenntnisse entwickelte, schickte sie ihn nach Rumänien, von wo sie ihre Waren — sie betrieb einen Fellhandel — bezog. Woche für Woche überschrieb sie ihm zur selben Sftunde ihre Aufträge, nach denen er Ein- und Verkauf zu regeln hatte. Danach schrieb sie noch einige andere Briefe, Anfragen oder Beantwortungen, alles der Reihe nach. Inzwischen gingen ihre Hilfskräfte aus und ein: Agenten, Hausknechte, Frachtkutscher, und jedem einzelnen antwortete sie auf seine Fragen oder wies ihm seine Arbeit an. Am andern Tage stand sie schon ganz frühmorgens in ihrem Speicher auf einem hohen Berg von Fellen wie ein Feldmarschall, um sie herum ihre Adjutanten, und sie teilte ihnen ihre Arbeiten und Aufgaben zu, je nach ihrer Geartung und Eignung: dem einen, die Felle zu sortieren, dem andern, sie durchzuzählen, dem dritten, sie in einzelne Packen zu schnüren und dem vierten, sie auf die Wagen aufzuladen. Aber nicht nur mit ihrer Zunge kommandieren konnte sie, sondern überall griff sie selbst rührig und für alle vorbildlich ans Werk: sie selber schnürte und band zusammen, legte die einzelnen Sorten zueinander, siegelte jeden einzelnen

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