Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1917-12-01 · Heft 12 (Dezember 1917) · p. Seite 676

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 12 (Dezember 1917)
Date
1917-12-01
Page
Seite 676 (sequence 52)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2292929-2292969-2292979--02546-2295816
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

6ך6 Die Josepbserzählung. es sich schmecken lassen. In die Grube darf er ja nicht geworfen werden, da diese zum Gebiete von Eeuben oder E, zu dem J keinen Zutritt hat, gehört, und die Karawane, die die Brüder auf den Gedanken bringt, ihn zu verkaufen, ist noch nicht in Sicht. Sie taucht erst während des Essens auf. Und wie denken sich die Brüder den weiteren Verlauf? .Nun aber weiter das Benehmen Judas, als sie die Karawane sahen! Da sprach Juda zu seinen Brüdern: was haben wir für einen Gewinn, wenn wir unseren Bruder ermorden und sein Blut bedecken! Wiö, wir meinen doch eben gehört zu haben, daß Juda ihn ihrer Hand entrissen und positiv und definitiv gerettet habe?! Und nun sagt er: was nützt es, daß wir ihn ermorden? Wenn dies ein anderer sagte! Aber Juda? Wir müßten denn annehmen, daß ויצלדזו בלידם besagen will, da riß ihn Juda aus ihren Händen, indem er den Brüdern zurief: Halt! Jetzt wird noch nicht totgeschlagen, erst wollen wir essen!. Weil aber der satte Mensch.milder gestimmt ist, so wurden nach der Mahlzeit auch in Judas rauher Brust menschliche Gefühle rege, und da gerade die Karawane vorüberzog, so hub er, als es nun eigentlich ans Totschlägen gehen sollte, großmütig an: Immerhin, wenn wir es recht überlegen, ist es doch sozusagen unser Bruder! Geht da nicht gerade eine Karawane Ismaeliter vorüber? Wißt Ihr was, wir wollen ihn diesen verkaufen, da machen wir noch obendrein einen Gewinn. Kurz, diese Quellenscheidung nach Beuben und Juda führt nur zu Ungereimtheiten a. a O. S. 34 f. Wir haben dieser Kritik der Kritik nichts hinzuzusetzen. Es sei mir aber gestattet, von einem ganz anderen Gesichtspunkte aus zu zeigen, wie jene von der Kritik beliebte Rollenverteilung unmöglich ist, selbst wenn man sich einmal einen Augenblick auf den Standpunkt der Kritiker versetzen wollte. Sie alle lesen, wie wir gehört haben, in Vers 21 Juda statt Reuben, um so auch für jenen eine vollkommene Erzählung zu gewinnen, wenn dieses Wort vollkommen, nachdem was wir jetzt vernommen haben, überhaupt noch am Platze ist. Doch wie stimmt dann Genesis 42, 22: ״Reuben aber antwortete ihnen: habe ich euch nicht damals gesagt: versündiget euch nicht an dem Knaben! aber ihr wolltet nicht hören״? Gunkel meint S. 391 ״Die Worte sind ein nicht wörtliches Zitat von 37, 22. Wäre es nur das, man könnte zufrieden sein! Aber wie? Stimmen denn diese Worte der Sache nach auch nur im geringsten mit dem überein, was in jenem Verse zu lesen ist? Oder war es nicht gerade Reuben,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.