Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1917)
- Date
- 1917-12-01
- Page
- Seite 675 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Josephserzählung. 675 übersetzt: ״er riß ihn aus ihrer Hand“, während er Vers 22 richtig wiedergebe: ״er wollte ihn aber aus ihrer Hand retten“ und daß so wenig הציל in E schon eine tatsächliche abschließende Handlung bezeichne, so wenig dies in J der Fall sein könne. Mag man auch glauben, daß die Worte ויצלהו מידת, welche von Eeuben ausgesagt werden, ״sich zu seiner gleich folgenden Rede verhalten, wie sich ויתנכלו der Brüder zu ihrer gleichfalls sofort folgenden Rede verhält, und mag auch zweiffellos wahr sein, daß ויצלהו übersetzt werden darf, ״er wollte ihn retten“, zugegeben werden muß, daß "למק הצי eben nicht anders verstanden werden kann, als ״er wollte ihn retten“. Der Begriff des Wollens kommt hier in dem Worte למען zu deutlichstem Ausdruck und zu stärkster Betonung, nicht in dem Ausdruck הציל als solchem. Als tendenziös könnte höchstens gelten, daß Gunkel einmal dasselbe Wort aus der Hand ״reißen“ übersetzt und das andere Mal aus der Hand ״retten“. Zu dieser verschiedenen Uebertragung, so belanglos sie an sich erscheinen mag, sieht er sich in der ■T at genötigt, um den Riß ziu verdecken, den er in die Erzählung künstlich gebracht hat. Auf der einen Seite soll Juda es sein, der Joseph bereits gerettet hat, und andererseits darf er ihn doch nicht schon gerettet haben, denn was bliebe dann Reuben noch zu tun übrig? Vielleicht soll diese •verschiedene!Wiedergabe eines und desselben Wortes in der Uebersetzung auch die von Jacob gut festgenagelte, sonst von der Kritik nicht gestattete Weitherzigkeit vergessen lassen, daß E und J hier denselben Ausdruck gebrauchen dürfen. Dies alles sind übrigens Nebenpunkte. Wie bewährt sich aber die sonst ״so hochgerühmte Erzählungskunst“ J’s? Hören wir Jacob: Darf man sich schon billig wundern, daß die drei Worte: wir wollen ihn nicht totschlagen! genügen, die Mordgier der Brüder zu beschwichtigen, so kann die weitere Erzählung Js nur belustigen. Denn was geschieht nun (immer nur den Text von J angesehen) mit Joseph? Sie ziehen ihm den Rock aus und setzen sich zum Essen! Ihre ganze Rache ist also, daß Joseph dabeisteht und Zusehen muß, wie sie 45*