Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1917)
- Date
- 1917-12-01
- Page
- Seite 672 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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2ד6 Die Josephserzählung. gezogen und den Ismaelitem verkauft. Die Brüder waren ja 80 bestürzt, daß sie, wie die Schrift ausdrücklich hervorhebt, kein Wort erwidern konnten. Welches Interesse hätten sie auch gehabt, seiner Beschuldigung zu widersprechen? Hätten sie ihm etwa sagen sollen, nein, wir haben dich nicht verkauft, wir haben dich nur in die Grube geworfen, um dich danach zu töten“. Nach der von den meisten angenommenen, allgemein verbreiteten Auffassung haben sie ihn doch zudem mindestens verkaufen wollen, auch wenn sie ihn nicht verkauft haben. Welche Berichtigung wäre hier also am Platze gewesen? Wie recht Lolli mit seiner Erklärung hat, zeigt 45, 15: ״und er küßte alle seine Brüder und weinte ..., danach sprachen seine Brüder mit ihm “. Will man also durchaus wahr haben, die Brüder hätten, war er durch sie wirklich nicht verkauft worden, seine falsche Anklage berichtigen müssen, wer sagt uns, daß dies nicht geschehen ist? Wenn uns nicht schon der gesunde Menschenverstand eine solche Annahme verbietet, ein ausdrückliches Schriftwort tuts jedenfalls nicht. Das hier in Betracht kommende erlaubte uns vielmehr, den Brüdern eine lange Erwiderungsrede in den Mund zu legen in dem Augenblick, da sie wieder die Fassung erlangt haben, vor und zu Joseph sprechen zu können. Denn welches der Inhalt der Aussprache gewesen sei, verschweigt uns die Schrift. Unserer Phantasie ist hier also der weiteste und freieste Spielraum gegönnt. Und die Worte, welche Joseph zu seinen Mitgefangenen sprach: denn gestohlein hat man mich (Gen. 40, 15), vertragen sich, wie gleichfalls Lolli dartut, auch mit dieser Ansicht. Sie müßten dann eben auf die Brüder bezogen werden, die ihn dem Vater gestohlen haben und die er, ,wie Jacob S. 30 richtig bemerkt, ausr Rücksicht nicht nennen will. Die Babbinen (und ihnen folgend Apokryphen, Pheudoepigraphen, Philo, Josephus und N. י\) nehmen ohne Zweifel an, daß die Brüder Joseph verkauft haben: Jer. Schekalim II, 3 Ber. r. cap. 84 Tanehuma ed. Buber I 184 (Basehi Pentateuchkommentar z. St), II, 103, Tauch. JeL ed. Epstein S. 75f., Aggad. Ber. Kap. 46 und 60, Midr. hagad. S. 565f.