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Jeschurun · 1917-12-01 · Heft 12 (Dezember 1917) · p. Seite 668

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 12 (Dezember 1917)
Date
1917-12-01
Page
Seite 668 (sequence 44)
Language
German
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668 Die Josephserzählung. macht wahrscheinlich, daß die Brüder noch immer beisammen waren, — und da etwas anderes nicht berichtet wird, noch immer beisammen saßen —, als Reuben zu ihnen zurückkam. Der bezügliche Satz lautet: Reuben aber kam zu der Zisterne zurück; aber ach, Joseph war nicht mehr in der Zisterne. Da zerriß er seine Kleider, kehrte zu seinen Brüdern zurück und sprach: Der Knabe ist nicht mehr da, wo soll ich nun hin? (Vers 30). Aus diesem Schriftverse geht aber, was nun für uns das wesentlichste ist, deutlich hervor, daß Reuben Joseph für tot hält. Da die Brüder ihm nicht etwa erwidern: „wir haben Joseph verkauft“ usw.,1) so darf als sicher gelten, daß sie dies nicht getan haben, und daß auch sie die Nachricht für zuverlässig halten, welche Reuben ihnen bringt. Auf dieses Moment weist Lolli mit Recht hin. Und er macht noch besonders aufmerksam auf den Satz': „und es standen auf alle seine Söhne, um ihn zu trösten“, um zu zeigen, daß Vater 'und Brüder Joseph gleicherweise als tot ansehen. „Als die Söhne Jacobs zu ihrem Vater kamen und sahen, wie er sich um seinen Sohn abhärmte und ihn betrauerte, da empfanden sie bitteres Leid über alles, was sie getan hatten. Hatten sie auch in Haß und Neid sich versündigt, gar schnell erkennen sie nun ihre Fehle, bereuen ihre Tat, und sind mit ganzer Kraft bestrebt, sich von ihrer Schuld zu reinigen.. „ alle sind sie gekommen, keiner fehlt, und so weit es irgend in ihrer Macht steht, sind sie bemüht, ihren Vater m trösten. Wenn sie nicht mehr Joseph suchen gegangen sind, so bestätigt dies, daß sie der sicheren, von jedem Zweifel freien Ueberzeugung waren, Joseph ist von einem wilden Tier zerrissen worden, keine Hoffnung besteht, ihn wieder ins Leben zurückzurufea. Daß aber Reuben schwieg, als er Judas Rat, Joseph zu ver- *) Der Midrasch (Tanchuma ed. B. Epstein. Sitomir 1898 S. 76, Pirke de R. Elieser Kap. 38, Midr. hagad. ed. S. Schechter S. 665 u. a. o. s.^ meine Schlußbemerkung zu diesem Kapitel) legt ihnen allerdings eine solche Antwort in den Mond. Ihm folgt in diesem Punkte Philo, De Josepho ed. L. Cohn IV S. 65 und Joseph. Antiq. II 3,3.

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