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Jeschurun · 1917-12-01 · Heft 12 (Dezember 1917) · p. Seite 662

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 12 (Dezember 1917)
Date
1917-12-01
Page
Seite 662 (sequence 38)
Language
German
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662 Die Josephserzählung. Der 28. Vers des 37. Kapitels lautet in deutscher Uebersetzung: — ,.Nun kamen midianitische Mänirer vorüber, Kaufleute, die zogen Joseph aus der Zisterne herauf. So verkauften sie Joseph an die Ismaeliter um zwanzig Silberlinge. Und sie brachten Joseph nach Aegypten. “ ״Nichts berechtigt, zu וינלכרו oder schon zu ייבלעגבו ein neues Subjekt anzunehmen, es rückwärts über die Midianiter hinweg in אהיו Vers 27 zu finden und die Worte ,nun kamen midianitische Männer vorüber“ für eine Parenthese zu erklären, die mit und ohne Quellenscheidung ebenso überflüssig wie ungeschickt und störend ist.Dreimal wird der Verkaufte, über dessen Person doch ein Zweifel nicht bestehen kann, mit Namen genannt, aber die Verkäufer, die. wenn es die Brüder hätten sein sollen, recht geflissentlich genannt werden müßten, werden gänzlich verschwiegen.“ Jacob S. 12 f Von namhaften älteren Auslegern der Schrift ist denn nun auch die Wahrheit längst erkannt worden. R. Samuel ben Meir, der große Enkel des großen Rasehi, schreibt zu unserer Stelle: Während sie nun ihre Mahlzeit einnahmen und sich etwas entfernt vom Brunnen hielten, um nicht beim ״Blut zu essen“, und auf die Ismaeliter, die sie gesehen batten, warteten, aber noch ehe diese herangekommen waren, zogen andere midianitische Männer des Weges, die sahen ihn im Brunnen und zogen ihn heraus. So verkauften ihn die Midianiter an die Ismaeliter. Man hat also zu sagen, daß die Brüder nichts davon wußten. Wie wohl es nun 45,4 heißt: ״daß Ihr mich nach Ägypten verkauft habet“, so ist das so zu erklären, daß ihre Handlungsweise mittelbar zu seinem Verkaufe beigetragen hat. Dies scheint mir, vertieft man sich in das Schriftwort, sein wirklicher Sinn. ״Denn es zogen midianitische Männer vorüber“ kann nur heissen: zufällig, und sie eben verkauften ihn an die Ismaeliter. Aber auch, wenn man erklären wollte, sie, nämlich die Brüder, verkauften ihn, müßte man sagen, daß sie den midianitischen Händlern den Auftrag gaben, ihn aus der Grube zu ziehen, und daß sie ihn danach an die Ismaeliter verkauften. Diese Auslegung hat bei den jüdischen Erklärern großen Anklang!gefunden. Bechai, Chiskuni, Baal haturim, in neueier Zeit Mendelssohn, Heidenheim, S. Scbeyer (in seiner Ausgabe des Moreh Nebuchim, Frankfurt a. M. 1838 III, Kap. 46 S. 341 f. Anm. 49.), Malbim, S. R. Hirsch schließen sich ihr an. besonders aber Samuel Chajim Lolli, ein Vetter S. D. Luzattos, in einem durch tiefe Gedanken ausgezeichneten Brief, den

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