Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1917)
- Date
- 1917-12-01
- Page
- Seite 660 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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66o Die Josephserzählung. Diese hat der Zerstückelung verhältnismäßig lange widerstanden. Entscheidend wurde auch hier ein Wort Wellhausens: „Die Hauptquelle ist J E. Es ist zu vermuten, daß das Werk hier wie sonst aus J und E zusammengesetzt sei; unsere früheren Ergebnisse drängen auf diese Annahme und würden erschüttert werden, wäre sie nicht erweisbar. Ich halte also das Beginnen „diese fließende Erzählung“ von Joseph nach Quellen zerstückeln zu wollen (dies gegen Nöldeke), nicht für verfehlt, sondern so notwendig wie überhaupt die Dekomposition der Genesis.“ Mit Recht darf Jacob diese Sätze folgendermaßen kennzeichnen: „Das Prinzip fordert die Zerlegung, also muß sie durchgeführt werden“. Diese Arbeit haben denn auch die Schüler Wellhausens so gründlich besorgt, daß Hermann Gunkel, Professor an der Universität Berlin. Handkommentar zum A. T. herausgegeben von W. Nowack I, 1 Genesis, 2. Aufl. Göttingen 1902 S. 353 f. in schärfstem, nun auf die Spitze getriebenen Gegensatz zu Theodor Nöldeke sagen kann: „das Kapitel ist voll von Dubletten und Wiederholungen.. die zwei in sich zusammenhängende, wohl komponierte und charakteristisch voneinander verschiedene Varianten ergeben. w Goethe sagt einmal im vierten Buch von Wahrheit und Dichtung in bezug auf die Josephsgeschichte: „Höchst anmutig erscheint diese kurze Erzählung, und man fühlt sich berufen, sie ins Einzelne auszumalen“, wie er denn einen solchen Versuch bekanntlich.1 in einem Jugendwerk unternommen hat. Merkwürdig! Den modernen Kritikern ist sie viel zu lang. Aber wir hören’s ja: Die Darstellung der Bibel darf auch hier nicht mehr einheitlich sein, ja ihre Nicht- Einheitlichkeit muß bewiesen werden, denn sonst geriete ja die ganze moderne Quellenscheidung des Pentateuch ins Wanken. Meine Darlegungen knüpfen an die Arbeit von Jacob an, den ich namentlich in den ersten Kapiteln häufig werde selbst sprechen lassen, wollen aber darüber hinaus neben