Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1917)
- Date
- 1917-12-01
- Page
- Seite 659 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Josephserzählung. 659 aa schiedene Farben bis ins einzelne festzulegen und bezeichnen zu dürfen wähnt, als hätte man urkundliche Belege zur Hand, welche Sätze bzw. Satzteile der einen oder der anderen Quellei zuzuschreiben seien. Sind manche sonstige Grundvoraussetzungen der Bibel-, kritik, namentlich die, daß das alte Israel, zur mosaischen Zeit eine „illiterate Horde“ gewesen sei, wie einer ihrer bekanntesten und einflußreichsten Vertreter sich einmal ausdrückt, durch die Entdeckung vieler Inschriften, namentlich aber durch die Auffindung des Gesetzeskodex des Königs Eammurabi als vollkommen irrig erwiesen und auch von einer Reihe ihrer früheren Gläubigen aufgegeben worden, so besteht jene angebliche Quellenscheidung doch auch für die meisten unter denjenigen zu recht, welche sich von vielen ihrer sonstigen Theorieen freigemacht haben. Es ist darum ein unbestreitbares Verdienst, das sich Dr. B. Jacob, Rabbiner in Dortmund, durch eine gegen die Quellenscheidung gerichtete Schrift, „Quellenscheidung und Exegese im Pentateuchu (Leipzig 1916 M. \V. Kaufmann) erworben hat. Ueber die Hauptabsicht seiner Anhandlung schreibtder Verfasser im Vorwort: „Die Scheidung der Quellen des Pentateuch gibt sich als eine von tiefster Sprachkenntnis geleitete, in jahrhundertelanger Arbeit ausgebildete kritische Technik und tritt mit solcher Selbstsicherheit auf, daß der Zweifel eingeschüchtert verstummt, und kein Unerfahrener sich ohne ihre Führung in das kunstvoll verschlungene Labyrinth hineingetraut, das sie selbst geschaffen hat. Die vorliegende Untersuchung möge an einer Probe zeigen, wie wenig jene Ehrfurcht oder Resignation gerechtfertigt ist.“ In diesem einen Ziele seiner Untersuchung tritt also Jacob D. Hoffmann, dem unermüdlichen Altmeister auch auf diesem Gebiete, an die Seite, so sehr er im übrigen ganz andere Wege einschlägt und auch in seiner religiösen Auffassung einen anderen Standpunkt vertritt. Die Probe, die er sich ausgesucht hat, ist die Josephsgeschichte. 44*