Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1917)
- Date
- 1917-12-01
- Page
- Seite 658 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2292929-2292969-2292979--02528-2295798- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
658 Die Josephserzählung. bezüglich ihrer künftigen Stellung zu England? Würde für das unübersehbare Böse, das England uns zugefügt hat, eine Vorschrift genügen, die lautet: „Nicht sollst du ihr Wohl und Bestes suchen alle deine Tage auf ewig“? Und würde wohl Prof. K. solch eine von Gott den Deutschen gegebene Vorschrift so auslegen, daß Gott hiermit verbiete, die Fremden überhaupt zu lieben? Was für ein Vorwurf bleibt nun an der Thora hängen? Es erscheint unbegreiflich, wie Prof. K. sie ungefähr das Gegenteil von dem1 sagen läßt, was geschrieben steht, und damit dem Worte Gottes selbst zu nahe tritt. I1Ü! Die Josephserzählung. Von Rabbiner Dr. Jakob Horovitz. Frankfurt a. M. Den Lesern dieser Zeitschrift, auch denjenigen, welche sonst keinerlei Einblick in die neuere Bibelwissenschaft gewonnen haben, ist schon aus den bedeutsamen, in diesen Blättern veröffentlichten Arbeiten D. Hoffmanns bekannt, daß die moderne Bibelkritik die sogenannte Quellenscheidung im Pentateuch, d. h. seine Zerlegung in eine Reihe verschiedenartiger und zu verschiedenen Zeiten gewordener Bestandteile, als eine unumstößliche Tatsache ansieht. Die wichtigsten dieser angeblichen Grundschriften, von denen je zwei als zueinander in innigen Beziehungen stehend gedacht werden, sollen sein P und H, Priesterschrift und Heiligkeitsgesetz sowie E und J, welche diese Namen nach den Anfangsbuchstaben der bezüglichen Gottesnamen führen. Zu diesen Werken trete dann im Deuteronomium noch ein fünftes: D, das Werk des Deuteronomikers. So sicher glaubt man sich dieser Teilung, daß man sie nicht nur im allgemeinen behauptet, sondern gar noch in verschiedenstem Bibelausgaben durch verschiedene Schrift oder auch durch ver-