Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 11 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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Erschaffung. Entstehung, Entwickelung. 617 des sich Entwickelnden beruhendes, gesetzmäßig fortschreitendes, einem bestimmten Ziele zustrebendes und im ganzen Verlauf der Veränderungen individuell begrenztes Werden. 4. Darüber sind alle Forscher einig, daß das Musterbeispiel der Entwicklung die Ontogenese ist. Ihre Ausgestaltung wird deshalb auch den Evolutionsbegriff vertiefen. Nach Wiesner und so nach den meisten Autoren ist die Bedingung einer Theorie der Entwicklung und Vererbung, die eng zusammengehören, die Unterordnung des Lebensprozesses unter physikochemische Gesetzmäßigkeit. Da aber schon der Elementar- Organismus, die Zelle ein nicht zu überschauendes System ist und Vorgänge in seinen Ablauf einschließt, deren mechanistische (oder auch physikalisch-chemische) Definition nicht möglich ist, so daß die Schwierigkeiten der Theorienbildung mit geringen Voraussetzungen sich steigern, mußten, wie das schon oben angedeutet wurde, für die Urzeugung einerseits metaphänomale andererseits metaphysische Hypothesen eingeführt worden. Während diese, von Bunge, Driesch und Hemke in mehr oder minder vitalistischem Sinne geschaffen, Wiesners Anerkennung kaum finden — nur Reinke wird einigermaßen glimpflich behandelt, weil er am meisten Kornpromißler ist — ist er selbst jenen zugetan, wenn ihm auch nicht der kritische Blick dafür fehlt, daß sie kaum tiefer in das Problem Einblick gewährt haben. Ich selbst, der in seinen Anschauungen am meisten zu Driesch, also dem Neovitalismus, neigt, gebe unter den lokalisierenden Theorien der Weismanns den Vorzug. Das gesamte Keimplasma zerlegt er in letzte Einheiten (Biophoren), die nur im Zellkern zu Determinanten und Iden als Substraten der Vererbung zusammengesetzt sind. Im Anorganischen erblickt Wiesner lediglich im Vorgang der Kristallisation einen echten Entwicklungsprozeß. 5. Ob die Phylogenie als Entwicklung anzusprechen ist? Wiesner will es bejahen. Daß die Entstehung einer neuen Art als singulärer Prozeß (weshalb die hypothetische Lehre der Deszendenz den Ereignis- und nicht den Gesetzeswissenschäften angehört) die Fragestellung nicht zuläßt, glaubt er