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Jeschurun · 1917-11-01 · Heft 11 (November 1917) · page 53

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 11 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
– (sequence 53)
Language
German
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Erschaffung, Entstehung, Entwickelung. 613 chen Charakter. Die Entstehung einer chemischen Verbindung z. B. von Bariumsulfat aus Schwefelsäure und Chlorbarium ist charakterisiert durch den plötzlichen Beginn (Niederschlag im Moment der Mischung) und ein dann folgendes Beharren, das nur durch neue chemische Einwirkung aufgehoben wird. V011 solchem Geschehen ist die individuelle (ontogenetische) Entwickelung eines Tieres oder einer Pflanze wesentlich verschieden: denn sie zeichnet sich durch eine Reihe einander typisch ablösender Prozesse aus, die immer nach vorausgegangener Befruchtung — wenn wir von der Parthenogenesis (jung־ fräul. Entwickelung d. h. Eiteilung ohne Befruchtung) und der einfachen Zellteilung bei Bakterien und manchen Protozoen absehen, — eintreten, und strebt durch viele Zwischenstufen einem Endziel zu, das für jede Art eindeutig ist, wie auch die einzelnen Stadien immer in der gleichen Gestalt angetroffen werden. Es gehört zu den Eigentümlichkeiten dieses Werdens dass die Organismen vermöge ihrer Sexualzellen wieder einen homologen Entwickelungsgang einleiten und über ihre Existenz־ flauer hinaus das Bestehen der Art sichern. — Endlich muß erwogen werden, ob nicht einmal Wesen neu entstanden, also auf einem anderen als dem jetzt allein nachzuweisenden Wege (omne vivum e vivo, ex ovo oder omnis eellula e cellula) d. h. durch Übergang unorganisierter Materie in organisierte in die Erscheinung getreten sind. Nichts steht im Wege, hypothetisch auch im anorganischen Reiche eine Neuentstehung als gleichen Werdetyp anzunehmen. Eine Reihe von Forschern; Weismann, Bütschli^und Fechner *) halten ein Neuentstehea, eine Erschaffung, für möglich, während Wiesner davon nichts wissen will und sich hinsichtlich der Urzeugung auf Kant be- J) Es geht aus Wiesner nicht hervor, ob diese Forscher unter Voraussetzung der Ewigkeit der Materie nur die Urzeugung — also Schöpfung, s. str. — oder im Sinne eines יעו בלאין einräumen. Da mir gegenwärtig die Arbeiten der genannten Forscher nicht zur Hand sind, kann ich darüber nichts sagen, glaube aber, dass sie der erstangeführten Ansicht zustimmen; dieser Überzeugung huldigen noch andere; R. Hertwig (Lehrbuch der Zoologie, Jena 1913 nennt sie geradezu ein logisches Postulat.

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