Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 11 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- – (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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614 Erschaffung, Entstehung. Entwickelung. ruffc. Er lehnt alle bisher unternommenen Erklärungsversuche ab, wesentlich, weil sie das Problem entweder metaphänomenal: durch hypothetische Annahme kleinster, nicht sichtbarer Lebewesen (z. B. Probien. Naegeli; Moneren, Haeckel) oder metaphysisch wie Reinke1) im Anschluß an Wallace (״Als Naturforscher sage ich. die Organismen sind gegeben, als Naturphilosoph sage ich. sie sind geschaffen“ Reinke) lösen wollen. Obgleich ich noch im Referat stehe, will ich kritisch einflechten, daß Wiesner, der übrigens eine Erschaffung nicht unbedingt verneint und als Beispiel der Neuentstehung das entwichelungsgeschichtlich erstmalige Auftreten einer bestimmten Art anführt, übersehen hat, welcher Unterschied zwischen den metaphänomenalen und metaphysischen Erklärungsversuchen besteht: jene sind auf die formale Genese vorwiegend gerichtet,, diese auf die Ursachen. Sie berühren also zwei verschiedene Seiten des Problems. Dem Einwand der Forscher, die die Ewigkeit des Lebens als im Widerspruch zur Kant ־ Laplaceschen Nebulartheorie der Entstehung unseres Sonnensystems stehend ablehnen, begegnet Wiesner durch den Hinweis auf die Panspermiehypothese des Arrhenius,2) derzufolge kleinste Lebewesen durch den Strahlungsdruck des Lichts von einem Himmelskörper zum anderen gelangen können. Wenn also auch auf der Erde erst begrenzte Zeit das Leben beheimatet ist, so ist es vorher bereits anderwärts gewesen► Daß auch Arrhenius mit metaphänomenalen Organismen rechnen muß — denn uns bekannte könnte der Strahlungsdruck nicht in Bewegung setzen — bemerkt bereits Wiesner; ohne Zweifel ist das eine Schwäche dieser Lehre. Von den echten EntwickelungsVorgängen trennt W. eine Reihe unter dem Namen Pseudoentwickelungen (bei Driesch Kumulation genannt) ab und zählt e. g. die Entstehung einer Düne hierher. *) Reinke, Philosophie der Botanik, Leipzig 1905, Einleitung i. theor. Biologie 1911. 2) Arrhenius, Werden der Welten, Leipzig 1906.