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Jeschurun · 1917-11-01 · Heft 11 (November 1917) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 11 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Über nationale Erziehung. 573 auf die Erwerbung der Kenntnis des jüdischen Schrifttums verwendet werden kann, steht in einem krassen Mißverhältnis zu der Zahl der Stunden, die anderen Wissenszweigen gewidmet sind. Nun ist allerdings in orthodoxen Kreisen von jeher mit Nachdruck die Forderung vertreten worden, jüdische Schulen zu gründen, und es steht außer allem Zweifel, daß solche Schulen, wenn sie nicht bloß die Unterstufe umfassen und dementsprechend ihren Einfluß auch auf die Schüler reiferen Alters ausdehnen können, von größtem Vorteil sind. Aber auch hier muß ja der Lehrplan dem der übrigen Schulen angepaßt sein, auch hier wird in den Kindern vorherrschend germanisches Empfinden gepflegt werden, wenn auch das christliche Moment zurücktritt. Denn jenes geht ja aus der Sprache, aus der Literatur, aus dem ganzen System des Unterrichts mit Naturnotwendigkeit hervor, und die Zeit, die für das Hebräische und für die Pflege jüdischen Wissens übrig bleibt, ist auch hier nur gering. Wenn nun trotzdem eine starke Liebe zum jüdischen Volke, ein kraftvolles jüdisches Empfinden anerzogen werden soll, so kann dies m. E. nur durch die Betonung des jüdisch-nationalen Moments erreicht werden. Eine größere Berücksichtigung der jüdischen Geschichte, eine eingehendere Beschäftigung mit den jüdischen Geisteshelden, häufigere Hinweise auf die Leistungen des jüdischen Geistes, auf den Einfluß des Judentums auf die Kultur der Gesamtmenschheit sind geeignet in den Kindern ein stärkeres Stammesbewußtsein und damit auch eine tiefere Anhänglichkeit an die erhabenen geistigen Werke zu erzeugen, die das jüdische Volk sein eigen nennt. Da diese aber, wie gesagt, im wesentlichen auf religiösem Gebiete liegen, eine Tatsache, die ebenfalls immer und immer wieder betont werden muß. so wird eine höhere Wertschätzung des religiösen Judentums und ein treues Festhalten an seinen Auforderungen von selbst daraus hervorgehen. Man wende nicht ein, daß ja das Judentum an sich in seinen religiösen Äußerungen schon eine Fülle nationaler Momente enthalte und daß es der erwähnten Hilfsmittel, die ja doch nur als ein notdürftiger Ersatz für eine nationale Erziehung im

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