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Jeschurun · 1917-09-01 · Heft 9-10 (September 1917) · page 112

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 9-10 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
– (sequence 112)
Language
German
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556 Von Dreien, die gegessen haben. wußte auch, daß er zu den Großen gehört, die zu erlauben und zu erleichtern sich erkühnen dürfen, daß alle auf ihn schwören,, viele vor ihm sich neigen; denn vor seinem gewaltigen Thorawissen und seiner überragenden Heiligkeit beugen sich alle, und niemand wagt zu widersprechen .... Noch jetzt schaut mein Auge jene große und erhabene Erscheinung, wie damals an dem Tage, als ich in der Synagoge mitten in der Gemeinde stand! Auf der Kanzel steht der Raw, seine schwarzen Augen blitzen und leuchten aus dem weißen Antlitz und aus der Umrahmung des weißen Haares und Bartes heraus. Das Mussafgebet ist bereits beendet, und die Gemeinde steht schweigend und harrt auf ein Wort aus dem Munde des Gottesmannes, und keiner wagt es, auch nur zu atmen. Der Raw spricht . . . Seine leise und schwache Stimme wird lauter und kräftiger, bis sie zuletzt in voller Stärke erschallt. Er spricht über die Heiligkeit des Festes, über Jaum-kippur und die Bestimmung dieses Tages, über die Lebenden und über die Toten, und besonders über die Toten ergeht sich seine Rede und über das große Sterben, das urplötzlich wie ein Verderben vom Allmächtigen gesandt wurde, das hinrafft ohne Schonung, vernichtet ohne Einhalt, wütet ohne Ende— wie lange, wie lange noch? . . Seine weißen Wangen röten sich allmählich, auch die Lippen, die bläulich schimmernden, röten sich gleichfalls, und meine Ohren hören plötzlich, wie er laut ausruft: ״Wenn der Mensch sieht, daß Leiden über ihn kommen, so'prüfe er seinen Wandel — nicht nur seine Taten Gott gegenüber soll er prüfen, sondern auch die seiner Seele gegenüber, und nicht nur die seiner Seele gegenüber, sondern auch die seinem eigenen Selbst, seinem Körper, seinem Leibe gegenüber! ... Ich war ein Knabe — und doch erinnere ich mich, daß ich,, als ich diese letzten Worte hörte, einen Augenblick zusammenzuckte. Er redet weiter. Er redet über Reinlichkeit und Reinheit* über Unsauberkeit und Schmutz, die das Leben des Menschen verkürzen, über Hunger und Durst, und daß Hunger und Durst

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