Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- – (sequence 94)
- Language
- German
- Belongs to
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538 Probleme der Pentateuchexegese. Israels nach, während doch die Kinder Israels mit erhobener Hand, d. h. nicht heimlich als Flüchtlinge, sondern (wie Num. 33, 3 erklärend hinzufügt) vor den Augen aller Ägypter ausgezogen waren. Die Annahme, daß nach P die Israeliten eigenmächtig ohne Genehmigung des Königs aus Ägypten zogen, ist schon deshalb unstatthaft, weil es dann nicht erst einer Verstockung des Herzens Pharaos von Seiten Gottes bedurft hätte, um ihn zur Verfolgung Israels zu veranlassen (14, 4 P), da ja schon die Ehre und die Machtstellung seines Keiches allein den Pharao genötigt hätten, sein Sklavenvolk nicht ungestraft entweichen zu lassen. Wenn ferner beim Abschluß der vorbereitenden Plagen gesagt wird (11, 10 P): ״Gott machte das Herz Pharao’s verstockt, so daß er die Kinder Israels nicht aus seinem Lande ziehen ließ,“ so läßt dies erwarten, daß nun beim Hereinbrechen des großen Strafgerichts (7, 4) endlich der Starrsinn des Pharao gebrochen sein wird, so daß er die Einwilligung zum Auszuge geben und es nicht nötig sein werde, die Israeliten ohne Genehmigung des Königs hinauszuführen. Indem die meisten neueren Ausleger die Erzählung des vor Pharao verrichteten Schlangenwunders (7, 8—13) bloß als eine Variante des gleichen Wunders erklären, das nach dem Befehle Gottes Mose vor dem Volke beglaubigen sollte (4,2—5), teilen sie letzteren Bericht dem J, ersteren aber dem P zu, und legen dabei noch besonders Gewicht darauf, daß bei J die Schlange נחש, bei P aber תנין genannt wird. Indessen zeigt schon der Umstand, daß die Verwandlung des Nilwassers in Blut ebenfalls sowohl vor dem Volke (4,9), als auch vor Pharao (7, 17; 20) geschieht, die Wahrscheinlichkeit, daß auch das Schlangenwunder, das Mose als Sendboten Gottes vor dem Volke Israel legitimierte, auch vor Pharao dieselbe Wirkung erzielen sollte 1). Bäntsch meint allerdings, daß auch die beiden Stellen, die von der Verwandlung des Nilwassers in Blut erzählen, aus zwei 1j Das zweite Wunder mit der aussätzigen Hand (4, 6) war natürlieh nicht geeignet, dem Pharao gezeigt zu werden. Vgl. die Bedeutung dieses Zeichens bei Hirsch und Keil.