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Jeschurun · 1917-09-01 · Heft 9-10 (September 1917) · page 79

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 9-10 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
– (sequence 79)
Language
German
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Die Juden in Rußland und Polen. 5^3 Städten beschränkt, während er die andern ganz der Gewalt der Schlachta preisgibt. Die Entwickelung und wirtschaftliche Gliederung der ״ Schlachta־Judenheit“ durchläuft in kleinerem Maßstabe die gleichen Entwickelungsstadien wie die ״königliche Judenheit“ des vorangegangenen Zeitabschnittes. Die obere Schicht wird von denen gebildet, denen es geglückt war, die finanziellen und industriellen Vermittler des hohen Adels zu werden. Sie ordneten deren Geldangelegenheiten, bewirtschafteten ihre Ländereien, verwalteten ihre Güter, erschlossen und verwerteten die natürlichen Hilfsquellen der von ihnen bewohnten Landstriche. Tatsächlich hatte jeder Pan ״seinen“ Juden, seinen ״Faktor“, wie der Ausdruck lautete, oder vielmehr sein Faktotum, das seinem adligen Herrn jeden denkbaren und undenkbaren Dienst leistete und ihn in den Stand setzte, das im vollsten Maße zu erlangen, was in den meisten Fällen sein einziger Ehrgeiz im Leben war, nämlich eine ununterbrochene Folge von Genüssen und Vergnügungen. Ein berühmtes Beispiel dieses Urbilds eines ״Schlachta-Agenten“ war Saul Katzenellenbogen, der Liebling des litauischen Magnaten Badziwill, von dem man sieh erzählte, daß er seinem Herrn ungeheure Beichtümer verschaffte und selbst über ein jährliches Einkommen von vierhunderttausend Dollars verfügte. Er erfreute sich gleichzeitig eines außergewöhnlich großen Einflusses bei Hofe, wurde durch das Vorrecht ausgezeichnet, ein Schwert tragen zu dürfen und soll mit dem sagenhaften Saul Wahl identisch sein, der nach ein er weitverbreiteten Sage für eine Nacht den polnischen Thron inne hatte. In den Städten, die sich jetzt schnell auf dem Gebiet der Schlachta bildeten, wurden die Juden die Steuereinnehmer, trotz des offiziellen Gesetzes, das ihnen dieses Hecht versagte. Die Juden wurden auch die Krämer und Handelsleute dieser Städte. Die weniger begünstigten unter den Juden, und diese waren die große Mehrheit, wanderten in die Dörfer ab, wo sie in einer Anzahl ländlicher Berufe Beschäftigung fanden. Die Abwanderung der Juden in die Dörfer bedingte eine völlige wirtschaftliche Umgestaltung der polnischen Judenheit

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