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Jeschurun · 1917-09-01 · Heft 9-10 (September 1917) · page 68

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 9-10 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
– (sequence 68)
Language
German
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512 Mathematik und Apologie. sondern er könnte sogar einen Körper bilden, der die Handlungen eines Menschen nachahmte.״ Und bei Laplace finden wir diesen Gedanken schon etwas weiter ansgesponnen, wenn er sagt: ״Ein Geist, der tür einen gegebenen Angenblick alle Kräfte kennte, welche die Natur beleben, und die gegenseitige Lage der Wesen, aus denen sie besteht, wenn sonst er umfassend genug wäre, um diese Angaben der Analyse zu unterwerfen, würde in derselben Formel die Bewegungen der größten Weltkörper und des leichtesten Atoms begreifen: nichts wäre ungewiß für ihn, und Zukunft wie Vergangenheit wäre seinem Blick gegenwärtig. Der menschliche Geist bietet in der Vollendung, die er der Astronomie zu geben gewußt hat, ein schwaches Abbild solchen Geistes dar.“ Bei oberflächlicher Betrachtung hat ja dieser Gedankengang etwas Bestechendes für sich. Wenn wirklich alle Veränderungen in der Körperwelt sich in bloße Bewegungen von Atomen auflösen ließen, so hätte es keine Schwierigkeit mehr, das Weltall naturwissenschaftlich zu erkennen. Der gegenwärtige Zustand der Welt erschiene als notwendige Wirkung ihres Zustandes in den unmittelbar vorhergehenden und zugleich als Ursache des folgenden Zeitdifferentials, man hätte nur nötig, ein freilich unermeßliches System gleichzeitig bestehender Differentialgleichungen aufzulösen und man fände Ort, Geschwindigkeit und Richtung jedes Atoms im Weltall zu jeder beliebigen Zeit. Wie der Wert t=+oo diesen Gleichungen einen Blick in die fernste Zukunft entlockte, so zwänge t=—ao sie zu Aussagen über der Urzustand der Dinge, und jeder Mathematiker wäre ein Prophet nicht nur wie Bileam,, der über ״das Ende der Tage“ Auskunft geben könnte, sondern er könnte auch, was in der Vergangenheit liegt, uns enthüllen. Nun hat schon der bekannte Physiologe Emil du Bois-Reymond in seiner berühmten Rede ״über die Grenzen des Naturerkennens“ gezeigt, aus welchen Gründen der menschliche Geist von einer solchen unbegrenzten Naturerkenntnis stets weit entfernt bleiben wird. Kurz zusammengefaßt sind es folgende: ehe man zur Aufstellung jenes Systems von Differentialglei-

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