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Jeschurun · 1917-09-01 · Heft 9-10 (September 1917) · page 53

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 9-10 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
– (sequence 53)
Language
German
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Die nationalen Forderungen des jüdischen Volkes in Rußland usw. 497 die Bedürfnisse auf kulturellem Gebiete befriedigen, die zweite die Emigrationsbewegung leiten usw. Diese Organisationen beanspruchen auch keine Besteuerung. Die nötigen Geldmittel sollen durch Beiträge und entsprechende Zuwendungen beschaffen werden. Der praktische Unterschied zwischen einer staatsrechtlich anerkannten jüdischen Gemeinde und einer solchen freien Organisation besteht darin, daß in der ersten z. B. ein Kind gezwungen sein könnte, eine entsprechende jüdische Schule zu besuchen, während in der zweiten von so einem Zwange nicht die Rede sein kann. Die Sozialisten-Territorialisten glauben ihrer sozialistischen Gesinnung besser gerecht zu werden, wenn sie alle Entschließungen auf nationalem Gebiete dem freien Willen der einzelnen überlassen und auf sie keinen Zwang von außen ausüben. Wenn uns das Programm der S. S. Partei etwas merkwürdig anmutet, so müssen wir nicht vergessen, daß sie vor allem Territorialisten sind und eine endgültige Lösung der jüdischen Frage nur auf eigenem Territorium erhoffen. Auch ist die Partei zu einer Zeit entstanden, als man die territorielle Lösung der Judenfrage als unmittelbar bevorstehend ansah. Dir nationales Programm für die Länder der Diaspora spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Die Sozialisten-Territorialisten meinen allenfalls, daß auch ein solches System von freien Organisationen die jüdischen Bedürfnisse wird befriedigen können. Und ganz besonders hoffen sie darauf, daß es einer großen zentralen Emigrationsorganisation gelingen wird, den Strom der Auswanderer nach einem Territorium zu lenken, das geeignet ist, das jüdische Kolonisationsland zu werden. So wird sich allmählich auf einem Boden eine jüdische Majorität bilden und somit wird auch ihr Hauptziel erreicht werden. Im Vergleich mit dem Programm der S. S. erscheint uns das nationale Programm der Ssejm-Partei besonders breit. Und in der Tat ist es die Ssejm-Partei, die in ihren nationalen Forderungen am weitesten geht und zwischen den übrigen jüdischen politischen Parteien einen ganz besonderen Plats einnimmt.

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