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Jeschurun · 1917-09-01 · Heft 9-10 (September 1917) · page 52

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 9-10 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
– (sequence 52)
Language
German
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496 Die nationalen Forderungen des jüdischen Volkes in Rußland nsw. werden, wie es die Zionistische Organisation geworden ist. Denn dazu gehört doch vor allem, daß man ein sicheres Ziel vor Augen hat. Diese jüdische Territorielle Organisation bleibt daher auf einen engen Kreis von Politikern beschränkt. Ich habe sie hier erwähnt, weil sie jedenfalls eine politische Richtung darstellt, eine Form des jüdischen politischen Gedankens, an der man nicht vorübergehen kann. Ganz anders dagegen steht es mit den Sozialisten- Territorialsten, oder der S. S. Partei, wie sie auch genannt wird. Da ihr Programm viel bestimmtere Züge aufweist, war es ihnen auch möglich, eine größere Zahl von Anhänger um sich zu sammeln und zu einer wirklichen Volkspartei zu werden. Diese Partei ist ebenfalls auf dem 7ten Zionistenkongreß entstanden, indem viele Mitglieder aus der zionistischsozialistischen Fraktion Poale Zion austraten und eine eigene Partei begründeten. Die Territorialisten-Sozialisten erstreben dasselbe Ziel, wie die jüdisch-territorielle Organisation, also ein eigenes Territorium für die Juden. Nur wollen die Territorialisten-Sozialisten die künftige jüdische Gemeinschaft nach sozialistischen Grundsätzen einrichten. Dieselben Grundsätze verfolgen sie auch in ihrem nationalen Programm für die Juden in der Diaspora. Ihr Progamm unterscheidet sich von dem Programm aller übrigen jüdischen Parteien dadurch, daß sie den ganzen Complex jüdischer Fragen ausschließlich durch freie Vereinigungen zu lösen hoffen. Die jüdische Nationale Partei verlangt, daß die jüdische Ortsgemeinde und der jüdische Gemeindebund staatsrechtlichen Charakter tragen sollen. Die Bundisten gehen einen Schritt weiter und verlangen einen staatsrechtlich anerkannten jüdischen Kulturssejm. Noch viel weiter in ihren Forderungen geht die Ssejmpartei, von welcher später noch die Rede sein wird. Demgegenüber verlangen die Sozialisten-Territorialisten *für keine ihrer Institutionen einen staatsrechtlichen Charakter. Ihr Programm sieht eine Reihe von privaten, freien Organisationen vor, wie z. B. eine Kultur- Organisation, eine Emigrationsorganisation, eine Organisation für soziale Hilfe und ähnliches. Die erste Organisation wird

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