Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- – (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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498 Die nationalen Forderangen des jüdischen Yolkes in Rußland usw. Die Ssejm-Partei ist ebenfalls eine sozialistische Partei. Sie ist im Jahre 1906 entstanden. Ihre bedeutendsten Theoretiker waren Ratner und Schitlowsky. Sie fährt denNamen einer Ssejm- Partei, weil die Forderung eines jüdischen Ssejms das Charakteristischste Merkmal ihres nationalen Programmes ist, das sie von den anderen jüdischen Parteien scharf trennt. Die Ssejmisten gehen in der Verfolgung des Prinzips der personellen Autonomie, auf dem das ganze jüdische nationale Programm für die Diaspora aufgebaut ist, am weitesten. Es ist ihnen, wie allen anderen jüdischen Parteien, klar, daß wir uns in unserer Lage den Ukrainern in Galizien oder den Polen im Königreich Polen z. ß. nicht vergleichen können. Denn diese haben ein Territorium, auf dem sie die Mehrheit bilden, und infolgedessen kommt für sie eine territorielle Autonomie in Betracht, eine Selbstverwaltung in Grenzen eines bestimmten Gebietes, was für uns unmöglich ist. Unsere Lage gleicht aber der der Polen in der Ukraina, oder der Ukrainer in Großrußland. Auf diesen Gebieten machen diese beiden Nationen nirgends eine Mehrheit aus. Sie bilden da nur meistens städtische Siedelungen, die über das ganze Gebiet zerstreut sind, genau so wie die Juden. Sie erheben aber auch da nationale Ansprüche, die man dadurch befriedigen kann, daß man ihnen das höchste Maß der nationalen Selbstverwaltung einräumt, eine möglichst breite personelle Autonomie. Es wird keine territorielle, sondern eine national-politische Autonomie sein müssen. Eine solche national-politische Autonomie verlangt die Ssejm-Partei auch für die Juden. Wir wissen schon, wie sich die jüdische Nationale Partei die Verwirklichung der Autonomie gedacht hat. Sie forderten nicht die Anerkennung der jüdischen Nation in Rußland als etwas ganzes und eine entsprechende nationale Volksvertretung. Ihre Forderungen liefen auf eine autonome jüdische Gemeinde hinaus. Diese Ortsgemeinden wollten sich nachher in einen Gemeindebund zusammenschließen, der also die Summe all dieser kleinen Kräfte darstellen sollte. Auch alle übrigen jüdischen bürgerlichen Parteien stellen sich die jüdische Auto-