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Jeschurun · 1917-09-01 · Heft 9-10 (September 1917) · page 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 9-10 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
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494 Bie nationalen Forderungen des jüdischen Volkes in Rußland usw. vor. Bei der jüdischen Nationalen Partei, wie bei den anderen, jüdischen bürgerlichen Parteien ist die autonome nationale jüdische Gemeinde der Grundstein der jüdischen Autonomie. Die Bundisten standen aber der jüdischen Gemeinde, in der Form, wie sie bei uns existierte, immer sehr mißtrauisch gegenüber, da in ihr die bürgerlichen Elemente stets die Oberhand hatten. Die Bundisten fordern daher keine Gemeindeautonomie, sondern einen jüdischen Kulturssejm, also eine höchste jüdische Kulturinstanz, die die Trägerin der jüdischen Kulturautonomie sein soll. Dieser Sejm soll staatsrechtlich als die oberste Instanz auf kulturellem Gebiete anerkannt und mit entsprechenden Hechten ausgestattet werden. Seine Beschlüsse sollen an einzelnen Orten durch spezielle Kulturkommissionen ausgeführt werden. Im Laufe der Zeit hat der Bund seine schroff ablehnende Haltung der jüdischen Gemeinde gegenüber etwas gemildert. Er hat sie als Organ der lokalen Selbst- Verwaltung anerkannt und ihr die jüdische Schule überlassen. Doch soll sonst die jüdische Gemeinde rein weltlichen Charakter tragen. Die jüdischen religiösen Beaürfnisse sollen außerhalb der Gemeinde durch freie Vereinigungen befriedigt werden. In diesem Zusammenhänge möchte ich bemerken, daß alle jüdischen sozialistischen Parteien die Säcularisierung der Gemeinde, also ihre Verweltlichung ansstreben. Jüdische Nationale Partei und der Bund das sind die beiden Parteien, die autonomistisch genannt werden können. Im Programm dieser beiden Parteien fehlt jeder Hinweis auf ein Territorium und besonders der Bund hat stets jeden territorieilen Gedanken bei den anderen jüdischen Parteien äußerst heftig bekämpft. Den territoriellen Gedanken finden wir aber im Programm aller übrigen fünf jüdischen Parteien, als deren erste ich hier die jüdische Territorielle Organisation betrachten möchte. Die jüdische Territorielle Organisation ist auf dem siebenten Zionisten-Kongreß in Basel im Jahre 1905 entstanden. Die englische Regierung hatte Herzl Uganda als Kolonisationsland angeboten. Noch auf dem sechsten Kongresse war Stimmung

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