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Jeschurun · 1917-09-01 · Heft 9-10 (September 1917) · page 48

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 9-10 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
– (sequence 48)
Language
German
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492 Die nationalen Forderungen des jüdischen Volkes in Rußland usw. sie bei der jüdischen Nationalen Partei und bei den Zionisten einen staatsrechtlichen Charakter tragen. Zum Programm der jüdischen Nationalen Partei gehört ferner: Die Forderung der Anerkennung der jüdischen Sprache und ihrer Zulassung zum öffentlichen Leben. Die Verlegung der Zwangsruhe für die Juden von Sonntag auf Sabbath. Und die Anerkennung und Erhaltung der Normen des jüdischen Ehe־ rechtes. Nirgends begegnen wir in dem Programm der jüdischen Nationalen Partei einem Hinweis auf die Notwendigkeit eines Territoriums für die Juden. Die jüdische Nationale Partei leugnet diese Notwendigkeit. Das ist eben der innere Sinn der Dubnow’schen Theorie und der Autonomiebewegung, daß sie glaubt die jüdische Frage durch eine nationale Autonomie vollständig lösen zu können und ein Territorium für uns für einen unnötigen Luxus hält. Eine in dieser Beziehung ähnliche und in vielen Hinsichten noch radikalere Stellung nimmt eine zweite jüdische Partei ein, nämlich der Bund. Der Bund, oder wie sein voller Name lautet: Allgemeiner jüdischer Arbeiterbund in Litauen, Polen und Bußland ist die älteste jüdische Partei. Der Bund ist aus propagandistischen Arbeiterzirkeln entstanden, die sich in Wilna im Jahre 1886 bildeten, um von zielbewußten Sozialdemokraten für ihre Lehren vorbereitet zu werden. Als Partei hat er sich erst im Jahre 1897 konstituiert. Will man das Programm des Bundes und den Gang seiner Entwicklung richtig verstehen, so darf man keinen Augenblick vergessen, daß der Bund nicht gegründet wurde, um jüdische Interessen zu verteidigen, sondern um den sozialistischen Gedanken unter den jüdischen Arbeitern zu verbreiten. Es war am Anfang nur eine sozialistische Partei in der jüdischen Straße und ist es in gewisser Hinsicht geblieben. Daraus läßt sich die Stellung des Bundes zu den nationalen Problemen erklären. Die Bundisten legten stets mehr Wert darauf, gute Sozialisten als gute Juden zu sein. Sie begnügten sich deshalb mit der Forderung der bürgerlichen Gleichberechtigung für die Juden. Sie fürchteten immer, die nationalen

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