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Jeschurun · 1917-09-01 · Heft 9-10 (September 1917) · page 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 9-10 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
– (sequence 37)
Language
German
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Salomo und sein Thron. 481 Salomo wird also für das Nationalunglück des jüdischen Volkes verantwortlich gemacht; wie hier eine großartige Auffassung der geschichtlichen Entwickelung als Ursache und Wirkung sich kundgibt, braucht nicht weiter erörtert zu werden. Aber das Bild, das wir nach diesen scharfen Urteilen von Salomo uns machen, ist kein günstiges; allein, das Leben Salomos findet doch einen versöhnenden Abschluß, und seine Persönlichkeit steht durch die'sen noch größer und erhabener vor uns: er hat *gelitten und gebüßt. Die unheimliche dunkele Macht, die er zu beherrschen glaubte, hat ihn überlistet und ihn vom Throne gestoßen. Sieben Jahre mußte er als Bettler in den Landen nmherwandeln, bis er durch die Gnade Gottes wieder zur Königswürde gelangte. (Gittin 68b.) Als geläuterter Mensch war er aber heimgekehrt, er hat sich als Sünder erkannt und bekannte sich als den Törichsten unter den Menschen. (Spr. Salomos 30 2. Vgl. Schemoth r. VI, 1). Und da er nun eine Rückschau über sein Leben hielt, so sah *er nur Enttäuschungen; alles eitel! — Nicht so, daß Freude am Leben und Genuß nicht gestattet wäre, aber wenn du genießest, Jüngling, und deines Lebens dich freuest, so wisse, daß Gott dich für jede deiner Handlungen zur Rechenschaft ziehen wird, dann wirst du die Grenze, die das Gesetz dir steckt, nicht überschreiten; innerhalb dieser Grenze ist noch Raum genug für deine Lebensfreude. Und das Resultat der Betrachtungen: ״Fürchte Gott, hüte seine Gesetze! Das bedeutet den ganzen Menschen/‘ sie sich jedem verborgen; nur dem Hebrid, dem Hohenpriester sei sie sichtbar. So hat dieser dem Reisenden Rohlfs, als er im Jahr 1880 dort weilte, versichert, und die Tradition, als sei sie den Falaschas sichtbar in Abrede gestellt. (Rohlfs. ״Meine Mission nach Abessynien.“ Beipzig 1883.) Hoch 1905 erklärte der damalige Negus, jüdischer Abkunft zu sein. (Grünewald Mitt. II, 30.) Die Erzählung von der Zusammenkunft Salomos mit der Königin von Saba im Koran, Sure 27, weist große Ähnlichkeit mit der Legende des Targ. Scheni auf.

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