Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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480 Salomo ־and sein Thron. monin soll verstrickt gewesen sein, ist ja betrübend genug, aber eine spätere Legende geht noch weiter, dieser Liebe sei ein Sohn entsprossen: der Stammenter des spätem Eroberers und Zerstörers des Reiches, Nebukadnezar. (Vgl• Munk u. a. O. S. 23). Packender noch ist folgende Legende: Salomo fuhrt eine Ph araonentochter als Gattin heim״ Welche großartigen politische Aussichten knüpfen sich ah diese Verbindung, das jüdische Reich mit dem mächtigen Pharaonenreiche? Ist diese Verbindung aber auch gesetzlich gerechtfertigt? Und Salomo will der Hüter des Gesetzes und des heiligen Tempels sein, den er Gott zu Ehren erbaut und mit so großer Pracht ausgestattet hat. Keinem traut er die Schlüssel zum Heiligtum an, er selbst nimmt sie mit in sein Schlafgemach und birgt sie unter seinem Kopfkissen. Aber bei der Hochzeitsfeier mit der ägyptischen Königstochter währte das Gelage bei Wein, Tanz und Musik lange in die Nacht hinein, und der Wein versenkt den König in einen bis tief in den Tag hineinwährenden Schlaf, daß man zu lange auf die Herausgabe der Schlüssel warten muß, als daß die Darbringung des Morgenopfers möglich gewesen wäre. Das war ein sehlimmer Anfang der neuen Ehe. An diese Legende knüpft nun die folgende an: Als Salomo die ägyptische Königstochter heimführte, stieg der Erzengel Gabriel vom Himmel herab und steckte ein Rohr ins Meer, an dieses setzte sich Schlamm an, auf dem ein großer Wald entstand, die Stätte des künftigen Rom. (Vgl. Sabbath 56 b, jer. Ab. Sara I. 2 und Vajikra r. 12,5.) 1). ein menschliches Wesen, gewesen, der irrt sich, es war vielmehr die מלכותא דעופליא, die Himmelskönigin, die מלכת שמים; doch auch ohne Konjektur könnte man zu demselben Resultat kommen, da ja in der Tat im Reiche der Sabäer diese Göttin verehrt wurde. *) Eine in Abessynien noch heute geglaubte Legende erzählt, daß die Königin von Saba einen Sohn von Salomo geboren habe, Menelek. Der König, eifersüchtig auf ihn wegen dessen auffallender Ähnlichkeit mit ihm, habe ihm befohlen, Abessynien zu erobern. Dieser habe aber die Bundeslade heimlich aus dem Tempel entwendet und sie in sein neues Reich gebracht. In Aksum, der heiligen Stadt der Abessynier, befinde