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Jeschurun · 1917-09-01 · Heft 9-10 (September 1917) · page 35

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 9-10 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
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Salomo und sein Thron. 479 König und mit diesem dem ganzen Lande dargebracht wurde; noch heute wird man dies naehfiihlen können. Allein die Weltanschauung jüdischer Denker sieht in diesem Glanz, dieser Pracht, diesem welterfullenden Ruhm nicht das Große und Beglückende, sie sieht hier den Anfang einer Gefahr, die König und Volk bedroht. Die Legende hat sich dieses Stoffs bemachtigt, und in ihr erkennen wir das Ergebnis der jüdischen Denkweise. Diese Königin ist ihr nichts anderes, als ein Dämon, eine Lilith, deren Beize Salomo umstrickt und gefügig gemacht haben. Salomo empfing die Königin, so erzählt die Legende in einem ganz mit Glas ausgetäfelten Saal; als sie sich ihm nun nahen wollte, glaubte sie, sein Thron stände im Wasser und sie schürzte darauf ihr Kleid auf, so daß ihre Füße sichtbar wurden, dieser Anblick entlockte dem König aber den Ruf: ״Haar ist die Zier eines Mannes, aber nicht einer Frau?“ Die Füße seien nämlich behaart gewesen, dieses aber ist den Dämonen, den שעירים, den Behaarten eigen1). Daß Salomo in die Liebesnetze einer Dä- ף Lilith, die Dämonin, die Männer verführt und Kinder tötet, wird auch als Mond, Astarte oder Venus verehrt. Als solche wird auch von jüdischer Seite die Königin von Saba erkannt, wie aus Tg. zu Hiob 1,15 za schließen ist, wo שבא mit לילית בללכת זבלרגכד übersetzt wird, es wird also hier die בללכת שבא mit לילית identifiziert. Als Astarte oder Luna Lucifera (vgl. Goere Bibelwerk I S. 444) wird aber auch בללכת בשבלים erkannt, und dies dürfte uns eine dunkle Stelle im Talmud aufklären, aus der dann klar erwiesen wäre, daß man in der Königin von Saba die Lilith gesehen hat. Die Talmudstelle lautet: א״ר שבלואל בר גחבלכי א״ר ירבתן כל הארבלר בללכת שבא אשה היתה איכר אלא מרעה! כלאי בללכת שבא כללכותא דשבא. Dieser Ausspruch ist durchaus rätselhaft. Die Erklärung, es sei hier nicht von einem Weibe die Rede, sondern von der Herrschaft, und diese ist der Mann ist noch unverständlicher als der Ausspruch selbst. Daß es sich bei dem Gaste Salomos nicht um einen Mann handeln kann, sondern um ein Weib, geht ja aus der Darstellung im Königsbuche hervor, wo immer dieser Gast immer als Weib angeredet und von ihm ebenso auch gesprochen wird, wie es schon von Maharscha urgiert wird. Seine geistvolle Erklärung, die meint, B׳. Samuel wollte sagen, es sei ein Weib gewesen, also zu dem Entgegengesetzten kommt, was R. Samuel zu sagen scheint, kann nicht befriedigen. Wie wäre es, wenn wir die kleine Konjektur wagten und für שבא lesen würde 'שכל, darin wäre der Ausspruch R. Samuels wohl so aüfzufassen: ״Wer sagt, diese Königin von Saba wäre ein Weib, d. h. 32*

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