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Jeschurun · 1917-09-01 · Heft 9-10 (September 1917) · page 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 9-10 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
– (sequence 34)
Language
German
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478 Salomo und sein Thron. (Sanhedrin 21b) Wie klein aber unseren Weisen die mächtige und glanzvolle Persönlichkeit des großen und weisen Königs der Macht des Thora wertes gegenüber erscheint, das lehrt uns die folgende herrliche Parabel. Jede der drei Königsgesetze bedient sich des Wortes ״ לא ירבהer soll nicht zuviel erwerben“, er, jeder, der die Königswürde innehat. Da nun Salomo diese Gesetze unbeachtet gelassen, so sei der Buchstabe Jod klagend vor Gott hingetreten, der König merze ihn aus der Thora aus, denn er kümmere sich nicht um dieses ״Er“, als wenn nicht auch er damit gemeint sei und so sei das Jod verloren. Gott aber erwiderte: ״Sei ruhig und habe keine Sorgen, Salomo wird vergehen, tausende Seinesgleichen werden vergehen, doch nicht ein Buchstabe meiner Thora wird der Vergänglichkeit verfallen.“ Der kleinste unscheinbarste Buchstabe in der Thora, das Jod, ein Tintenklecks, den auch das kleinste Kind, das noch nichts von der Schreibkunst weiß, machen kann (vgl. Sanhedrin 95 b), ist machtvoller als der mächtige Salomo, den es überdauert. (Schemoth rabba 6,1 ähnlich Vajikra r. 19,2.) Das Urteil über Salomos ]Regierung fällt also nicht günstig aus und mußte, am Maßstab der Thora gemessen, so ausfallen. Aber in ihrem Sinn für Wahrheit und Gerechtigkeit, der sich nicht vor einer irdischen Größe beugt, gehen unsere Weisen noch weiter, sie machen Salomos Handlungen geradezu verantwörtlich für die über Israel später hereingebrochene Katastrophe. Wir haben hier jene großartige Auffassung der geschichtlichen Entwickelung, welche die Ursache der Heimsuchung nicht in andern, fremden Kreisen, sondern bei sich selbst sucht und findet. Es war gewiß ein Ereudenfest für die Hauptstadt, als die Königin von Saba, von einem pompösen großartigen Gefolge umgeben, dort ihren Einzug hielt. Die schöne, reiche, mächtige, kluge Eürstin macht, von dem Rufe des weisen Königs angelockt, die weite Reise, diesen König kennen zu lernen und ihm in reichen Geschenken ihre Huldigung zu Füßen zu legen. Wie stolz mußte sich ein jeder Bürger Jerusalems, ja, jeder Bürger des ganzen Reiches fühlen in der Ehrung, die ihrem

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