Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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464 Sittenreinheit. der Weg, auf seine Kinder einzuwirken, sich eröffnen, der heute der beste, vielleicht der einzig mögliche ist, daß er nicht so sehr ein patriarchalisches Verhältnis zu seinen Kindern hatr in dem die Würde und die Höhe die Vertraulichkeit entfernt,, sondern ein kameradschaftliches, in dem die heranwachsendo Jugend auch für die Dinge, die sie in einem gewissen Alter beunruhigen und quälen, nicht bei den Genossen, die'ihnen nur gefährlich werden können, sondern bei dem Hilfe suchen, der es am treuesten mit ihnen meint. Die Jugend geht ihre eigenen Wege, jedenfalls bei uns, und es ist ganz zwecklos, darüber zu klagen oder den Versuch zu machen, mit eiserner Strenge dagegen anzukämpfen. Es wird, wie erfahrene Erzieher es schon lange erkannt haben, immer das einzige Mittel bleiben, sie den Weg, den man für den richtigeren hält, zu führen, wenn man nicht so sehr Gebieter als Berater, nicht so sehr den Vater als den älteren Bruder herauskehrt, nicht den Lehrer, sondern den Genossen. Und wiederum, wo läßt sich diese Kameradschaftlichkeit, die in rechtem Maße an den Tag zu legen, soll sich der Vater nicht zu viel vergeben, große Anforderungen an die pädagogische Begabung stellt, wo läßt sich diese Kameradschaftlichkeit leichter erzielen, wo ergibt sie sich ungesuchter, als wenn Vater und Sohn als רבי מובהק und תלמיד מובהק als die zwei, die nun ein ganzes Jahrzehnt oder gar zwei Jahrzehnte miteinander ״gelernt“ sich allmählich in חברים in Genossen um wandeln. Wenn wie beim richtigen ״Lernen“ die Gemüter in Frage und Antwort sich erhitzen und dem Vater die Freude aus den Augen leuchtet, wenn sein Sohn ihn einmal überwunden. V. Wir sprechen immer vom Vater. Wie steht es denn mit der Mutter? Soll sie nicht gerade auf diesem Gebiete wichtige Arbeit leisten? Und wird sie nicht für die Töchter hier recht eigentlich die alleinige Erzieherin sein? Und werden wir etwa auch hier der Frau den gleichen Weg weisen wollen, der über das ״Lernen״ geht?