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Jeschurun · 1917-09-01 · Heft 9-10 (September 1917) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 9-10 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Sittenreinheit. 463 gewissermaßen vorausgesetzt wird, wenn man es zuWege bringt, daß in dem Kind der Glaube erweckt wird, es habe sich die Dinge selbst so vorgestellt. Wo böte sich zu alledem besser die Gelegenheit als beim ״Lernen“, wo diese Dinge mitten unter anderen Erörterungen Vorkommen, wo man ununterbrochen Begriffe auseinanderlegen, Realien erklären muß und nun ganz ungesucht sich auch über diese Dinge verbreiten kann, ohne daß man irgend einen Anlauf nehmen brauchte zu irgendwie pathetischen Wendungen, zu sittlichen Ermahnungen, wodurch nur die Aufmerksamkeit in allzu starkem und darum schädlichem Maße auf das, was doch immer im Halbdunkel bleiben soll, gelenkt würde. Nur ein Beispiel aus der Praxis, das sich schon vielfach segensreich bewährt hat. Es ist bekannt, welche Gefahren den Kindern aus gewissen Angewohnheiten drohen. Wenn man nun mit seinem Jungen schon zu 8—9 Jahren Gemoro zu lernen beginnt, so daß er in den folgenden Jahren, den gefährlichsten für das Angedeutete, schon lesen kann und man ihm dann einmal, nachdem man einige Stunden eingeschoben hat, in denen man ihm so einzelne מימרי חז״ל einprägen zu wollen erklärt, auch die Stelle in Nidda 13b zeigt, יד לאמה תקצץ, wenn man ihm das in einem Alter zeigt, in dem er noch nicht etwa von des Gedankens Blässe angekränkelt ist, er nicht vor sich mit dem Begriff des גוזמא die ganze Schwere dieses Wortes abschwächt — welche Gewalt hat dieser Ausspruch über sein Verhalten, wie ist er für die ganze Entwickelungszeit davor geschützt, jemals auch in der unschuldigsten Form dagegen zu verstoßen! Und wie anders machen sich in einem späteren Alter die Ermahnungen, wenn man nicht aus sich heraus an den erwachsenen Sohn darüber Reden hält, sondern etwa an der Hand des Satzes (Sanhedrin 107 a). .אבר קטן יש באדם משביעו רעב מרעיבו שבע Aber der Vater muß mit seinen Kindern lernen. Und wenn er ihnen auch einen Lehrer hält, so darf ers sich nicht nehmen lassen, irgendwie die Zeit zu erübrigen, auch seinerseits mit ihnen קובע עתים לתוררי zu sein. Dann wird ihm auch 31*

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